Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3514808
Lceyte 
Marmorarbeit. 
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Jn deinem Willen ruht allein der meine, 
Dein Herz, wo die Gedanken mir entstehn, 
Dein Geist, in dem der Worte Quell sich findet: 
So kommt,s, daß ich dem Monde gleich erscheine, 
Den wir soweit am Himmel nur ersehn 
Als ihn der Sonne Feuerstrahl entzündet. 
Von Cavalieri hat Michelangelo ein lebensgroßes Portrait ge: 
zeichnet, das einzige neben dem Vittoria Colonna7s, das er 
überhaupt gearbeitet. 
Wenn Michelangelo nach den Gemälden der Paolina nichts 
mehr in Sculptur und Malerei vollendete, so ist das nicht so 
zu nehmen, als ob er plötzlich mit beiden Künsten gebrochen 
hätte. Es war ihm viel zu sehr Bedürfnis; geworden, zu 
meißeln und zu zeichnen, und er hat gezeichnet, bis seine 
Hände den Stift nicht mehr zu halten vermochten. Doch 
trat diese Sihwäc;e spät ein. Seine Handschrift liefert den 
Beweis dafür, die erst in den legten Jahren zu zittern be: 
gann, aber selbst dann noch die Form der Buchstaben ruhig 
und vollkommen hinmalt. 
Es stand in seiner Werkstatt am Macello dei Corvi 
eine Marmorgruppe: Christus todt im Schooße der Mutter 
Und Joseph. von Arimathia daneben, die er um 1545M begon: 
neu hatte und langsam für sich selbst fortfiihrte. Es war nur 
um in den Mußestunden etwas unter den Händen zu haben. 
Vasari erzählt, wie er Anfangs der funfziger Jahre einmal vom 
Papste einer Zeichnung wegen zu Michelangelo geschickt worden 
sei und ihn bei dieser Arbeit getroffen habe. Es war finster,
        

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