Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3513684
Das 
C1Dratorium 
der 
heiligen 
Liebe. 
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lichkeit wiederherstellen. Man begann sich als Gemeinde zu 
eonstituiren. Gebet, Betrachtungen und gegenseitige Bestär: 
kung in entsagendem, heiligen Lebenswandel waren die Zwecke. 
Die Verbindung nannte sich  das Oratorium der heiligen 
Liebe.tt Nicht blos Geistliche, sondern Männer aus allen 
Lebensstellungen wurden Theilnehmer. Thatsächlich wollten sie 
einen Gegensatz bilden gegen die wüste Wirthschaft, zu der 
das römische Leben herabgesunken war. 
In den zwanziger Jahren ging aus dieser Vereinigung der 
Orden der Theatiner hervor, so genannt nach Pietro Caraffa, 
dem Bischof von Theate, der an seiner Spiye stand und durch 
exemplarisches Leben den Anderen vorleuchtete. Entbehrnngen 
1md völliges Versenken in geistliche Gedanken, die eigentlich 
die Grundlage aller Orden bilden sollten, damals aber in 
Reichthum, Ueppigkeit und weltliche Beschäftigungen oft der 
verwerflichsten Art umgeschlagen waren, wurden von den Thea: 
tinern in Wahrheit innegehalten und ein Geist des Eifers und 
der rücsichtslosen Härte von ihnen genährt, der sie zum an: 
greifenden Theile allen denen gegenüber werden ließ, welche 
ihrer Ansicht nach der katholischen Lehre Abbruch thaten. 
Der Orden wurde darauf nach Venedig verlegt und von 
da nach Neapel, gerade zu der Zeit als Occhino dort predigte. 
Die Theatiner machten alsbald das Ketzerische seiner Lehre aus: 
findig und klagten ihn an. Occhino aber wußte sich zu ver: 
theidigen und bestand siegreich vor ihren Beschuldigungen. 
Caraffa, ihr Gründer jedoch, war eine zu mächtige Person, 
als daß dy Papst seiner hätte entrathen können. Dreimal 
ließ sich Caraffa ausfordern, ehe er den Ruf nach Rom an: 
nahm. Endlich erschien er und wurde zum Mitgliede der
        

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