Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3513261
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Dei 
tBuonarroti. 
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da ich höre, daß Ihr Euch über mich beklagt und sagt, daß ich 
Euch aus dem Hause. getrieben hätte, erstaune ich in noch 
höherem Grade. Denn das weiß ich als gewiß, daß es mir 
vom Tage meiner Geburt an bis zum heutigen nie in den 
Sinn kam, weder wo es sich um Kleinigkeiten noch wo es 
sich um bedeutendere Dinge handelte, etwas zu thun das Euch 
entgegen wäre. Alle meine Müh und Arbeit habe ich stets 
nur Euretwegeu aus mich geladen, und Ihr wißt wohl, seit ich 
von Rom wieder nach Florenz gekommen, daß ich immer nur 
Euretwegen in Florenz geblieben bin und daß ich Alles, was 
mir gehört, als Euer Eigenthum betrachte. Vor Kurzem, als 
Ihr krank wart, habe ich Euch doch erst das Versprechen gegeben, 
Euch nie verlassen zu wollen, und jeYt muß ich erstaunen, swie 
rasch Ihr Alles vergessen habt. Dreißig Jahre kennt Ihr mich 
doch nun, Ihr und Eure Söhne, als den der ich bin, und 
wißt, wie ich Euch, wo ich nur konnte, Gutes zugedacht und 
zugefügt habe. 
 Wie könnt Ihr jetzt herumsagen, ich hätte Euch aus 
dem Hause gestoßen2 Das war das, was noch fehlte zu all 
dem Kummer, den ich um andere Dinge gehabt, und Alles 
Euretwegen. Das ist der Dank dafür. 
,,Jetzt aber, sei geschehen was da will, ich will es zuge: 
stehen, ich will es gewesen sein, der Euch aus dem Hause ge: 
trieben hat, Ihr sollt Euch immer meiner geschämt und Schaden 
durch mich erlitten haben, es soll so gewesen sein: ich bitte 
Euch um Verzeihung, vergeht Eurem Sohne und wenn er 
auch nie etwas getaugt und Euch in Allem erdenklichen Nach: 
theil gebracht hat; noch einmal, bitte, vergeht mir, einem Ver: 
brecher wie ich einer, bin, und laßt nicht die Schande auf mir
        

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