Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3512426
Wie 
Nacht. 
219 
Neben dem Gi0rn0 die letzte Gestalt, die berühmte Statue 
der Nacht, la N0tte di Mic:i1elagn01o, das Werk, das Jeder 
nennen hörte, zu dem Michelangelo7s Name drang. Bei keiner 
Statne kann mit so viel Recht behauptet werden, nur Er habe 
sie zu schaffen vermocht. 
Sie zeigt sich, von rechts nach links hin ausgestreckt ganz 
im Profil. Was uns zuerst ausfällt, ist der ungeheure Schenkel 
des uns näher liegenden Beines, das hoch angezogen mit dem 
Knie fast zur Höhe des Kopfes emporragt, während der Fuß, 
dicht neben dem Knie des anderen mehr gestreckten Beines, 
auf ein dickes Bündel Mohnköpfe auftritt. Ein colossales 
Stück Fleisch zeigt dieser Schenkel. Wie aber ist seine Ober: 
fläche gearbeiteti Griechische Künstler hätten hier eine verhüllende 
Drappirung nicht fehlen lassen: Michelangelo hat sie erseht durch 
die Darstellung der Muskeln. Kein Theilchen, das unbelebt 
erschiene. So überrascht man sich fühlt im ersten Augenblicke, 
so bewundernd betrachtet man bald diese Arbeit. 
Aber noch mehr. Durch das gewaltige Emporstehen des 
Schenkels wird aus der einen Seite der Leib zusammengepreßt, 
und wir sehen vier tiefe Falten quer über ihn hinlanfen. 
Diese Falten sind später oft nachgeahmt worden, wer aber, 
ehe Michelangelo sie bildete, hätte sie nur als etwas Darstell: 
bares in Betracht zu ziehen gewagt2 
Der eine uns näher liegende Arm greift weit rückwärts 
und läßt einem Felsblocke Raum, sich als Stüye des Rückens 
unter die Achsel zu drängen. Der andere dagegen ist mit der 
SpiHe des Ellnbogens wider jenen colossalen Schenkel geseht 
nnd die Hand bildet eine StiiHe für das im Profit sichtbare 
und im Schlafe vorn iibersinkende Haupt. Nicht mit der Stirn
        

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