Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3511530
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Leben 
L5Uichetangelo7g. 
Writteg 
Capitel. 
Jrland, Indien, Australien und Canada, und als regierender 
Mittelpunkt dafür London, aber ohne England, die Stadt 
allein mitten im Meere liegend. So für die Venetianer, das 
Meer und das Verdeck ihrer Schiffe war ihr Vaterland. Und 
endlich, keine Entwicklung; denn was die Venetianer als Staat 
gewesen sind, waren sie so gut wie von Anfang an, eine mit 
eisernen Klammern ineinander verschränkte Aristokratie, die 
sich immer enger zusammenziehend das herrschende Element 
blieb. Niemals hat eine Herrschaft der Parteien stattgefunden, 
nie politisches Volksleben bestanden, nie sind Männer anfge: 
treten die von den Massen getragen sich an die Spitze der 
Dinge stellten; und als nach einem Jahrtausend des Bestehens 
der Untergang eintritt, plöt3liches Einbrechen und Verschwinden. 
Kein Nachklang der alten Herrlichkeit. Niemand heute in dessen 
Bewußtsein die Idee fortlebte vom alten Glanze des venetia: 
nischen Staates. Denn die Venetianer unserer Tage haben in 
ihren Wünschen nichts gemein mit dem Geiste der Familien 
deren Namen im goldenen Buche verzeichnet standen. Nur 
die Stadt selber ist geblieben, ihre Paläste leer, wie ausge: 
blasene glänzende Eier, aus denen sich keine Jungen mehr er: 
brüten lassen. Auch Florenz und Rom und Genua sind nicht 
mehr was sie waren, aber der Wechsel der Jahrhunderte hat 
hier niemals das treibende Leben ausgelöscht, und immer er: 
füllt eine sich rührende Menge die Straßen. Venedig aber 
steht da wie ein Theater, in dessen Coulissen die helle Sonne 
scheint, und sammt den Helden die darin spielten ist Alles und 
Alles davongegangen. 
Auch damals schon im Jahre 1530 als Michelangelo nach 
Venedig kam, stand der Wachsthum seiner Macht still, oder
        

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