Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3511483
JPUUiscl1ek 
schrecken 
in 
Florenz. 
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Denn bis dahin hatte die mediceische Partei ausgehalten 
in Florenz. Sie wollten ihren Einfluß auf die Entschließungen 
der Regierung nicht aufgeben. Sie hofften auf eine Lösung 
der Dinge, welche den Medici die Rückkehr gestattete, ohne sie 
selbst zu viel von ihrer Unabhängigkeit einbüßen zu lassen. 
Das seyen sie jeßt noch durch, daß die Gesandten an den 
Papst erwählt werden, und, um sofortigen Einhalt in den 
Bewegungen der kaiserlichen Armee zu erwirken, ein Bürger 
den Gesandten vorausgeschickt wird, der ihre Ankunft melden 
sollte. Clemens aber will von nichts mehr hören als bedin: 
gungsloser augenblicklicher Unterwerfung. iUnd zugleich läßt er 
den Häuptern der mediceisch Gesinnten den Befehl zukommen, 
Florenz zu verlassen und sich in Rom einzufinden. 
Die Lage der Dinge war der Art, daß es jetzt noch den 
Palleschen um ein Haar gelungen wäre, einen Umsturz zu 
Gunsten der Medici herbeizuführen. Schon hatten sie es so 
weit gebracht, daß ein Theil der Behörden von der Nothwen: 
digkeit überzeugt war, es müsse ein Bürger mit unbeschränkten 
Vollmachten nach Rom gesendet werden. Doch der Gonfalo: 
nier hielt Stand ihnen gegenüber. Wäre am 18. September47 
aber der Prinz von Oranien nur um eine Tagereise der Stadt 
näher gewesen, nichts hätte dann der allgemeinen Stimmung 
Halt zu geben vermocht und eine Capitulation wäre abge: 
schlossen worden. Denn ein panischer Schrecken ergriff die 
Bürgerschaft. Die plöt3liehe Ankunft der Soldaten hatte die Idee 
aufkommen lassen, Malatesta selber stehe im Solde des Papstes 
und werde die Stadt, die in seiner Gewalt war, ausliefern. 
Viele verlassen die Stadt. Die vom Papste gerufenen Pal: 
lesihen fliehen zum größern Theile ins Hoflager nach Bologna,
        

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