Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Rafaels
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3504902
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3505620
LBrunelleschi. 
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ineinandergefiigt wurden. Nun stellt sich Brunelleschi krank. 
Ghiberti, erst verlegen, dann rathlos, kann allein nicht weiter 
und muß zurücktreten. Anfänglich behält er seine drei Gold: 
gulden 1nonatlich, die er wie Brunelleschi bezog, dann wird 
diesem der Gehalt auf acht erhöht, während Ghiberti,s An: 
theil ganz fortfällt. Ebenso klug weiß Brunelleschi die Ar: 
beiter zu behandeln, die ihm nicht immer zu Willen sind. 
Seine Stellung ein der Stadt war eine bedeutende. Schon 
1423 trat er in die Signorie ein. Neben dem großen Bau 
der Kuppel beschäftigten ihn zahlreiche andere Aufträge. Nicht 
minder jedoch Ghiberti, und um sie her andereiMeister, deren 
Werke und Namen aber nur für diejenigen Bedeutung haben, 
die ihnen an Ort und Stelle nachzugehen im Stande sind. 
Brunelleschi starb 1446; als Architekt nicht gerade Urheber 
der neuen Richtung, die das G,othische verdrängte, wohl aber 
der Meister, der mit den größten Mitteln ihre Uebermacht 
zu einer Thatsa.che stempelte. Dennoch auch er, wie Ghiberti, 
mehr Handwerker im großen Style, wie denn überhaupt die 
Tage noch in ferner Zukunft lagen, in denen die Männer 
auftraten, deren eigenstes Wesen der erkennbare Mittelpunkt 
ihrer Kunst ist. Besonders für die Maler, gilt diese Be: 
merkung, denen doch eine solche Freiheit am ehesten erreich: 
bar, ist. 
Die Arbeiten der einzelnen Meister sind mehrentheils in 
Fülle vorhanden. Wir vermögen ihre Eigenthümlichkeit, viel: 
leicht sogar ihre Neigungen zu unterscheiden; der Eine ahmt 
hier, der Andere dort nach, der ist um eine Spur zarter, der 
Andere derber; es ist ein Genuß, die Reihen der Samm: 
lungen und die Gemälde der Kirchen, Paläste und öffent:
        

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