Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Rafaels
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3504902
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509399
420 
Leben 
MictJelangelo7s. 
muntre 
Eapitel. 
Nennen wir Glück ein erhebendes Gefühl der Gegenwart 
mit der Aussicht auf eine Zukunft, deren sich mehrende Vor: 
theile ein in,s Unendliche fortschreitendes Wachsthum erwünschter 
Zustände darbieten, so daß die Erinnerung an die Vergiiug: 
lichkeit des Jrdischen und an,die zerstörerische Ironie des 
Schicksals leicht von der Seele gescheucht wird, als ließe die 
gewaltige Regel dennoch eine Ausnahme zu, dann war die 
Familie Medici vollkommen glücklich in jenen Tagen, als 
Leo der Zehnte im November 1515 in Florenz einzog. Ging 
liano, den Gonsalonier der Kirche, hatte er mit einer franzö: 
fischen Prinzessin vermählt. Lorenzo ist Generalcapitain der 
slorentinischen Republik Cgegen die Gesetze, denn kein Ein: 
geborner durfte diese Würde erhalten; das aber kiimmerte ihn 
wenigI, er commandirt die Stadt so unumschränkt, als wenn 
er ihr Herzog wäre. Ginlio dei Medici ist Erzbischof von 
Florenz, Cardinal und Legat in Bologna. In Frankreich ist 
Ludwig der Zwölste gestorben. Seine Rüstungen zur Wieder: 
eroberung der Lombardei sind dem Herzoge von Angonleme 
zu gute gekommen, der als Franz der Erste im Beginn des 
Jahres 1515 den Thron besteigt, mit einem Heere in Italien 
erscheint, in der Schlacht von Marignan das Beispiel glän: 
zender fiegreicher Tapferkeit giebt und, nachdem er Frankreich 
abermals zum Herrn der italienischen Politik gemacht hat, 
den Papst und die Medici, .die anfangs gegen ihn mit dem 
Kaiser zu Felde gezogen find, zu seinen Freunden umschafst. 
JeHt, im Herbste 1515, will Franz mit dem Papste in Boss 
logna zusammentreffen, und auf der Reife dahin betritt Leo 
zum ersten Male nach seiner Ekhöhung die Vaterstadt wieder, 
deren Bürger im Entzücken über seine Ankunft die Mauer
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.