Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Rafaels
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3504902
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3505448
Giotto. 
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ideutsehe Styl längst wieder aufgegeben und in Verachtung 
gefallen war.  
Wie die Kirche,,neben der er steht, Alles an Größe über: 
treffen sollte, was auf Erden jemals gebaut worden wäre, so 
erhielt.auch Giotto den Auftrag, einen Thurm aufzurichten, der 
Alles überragte, was griechische und römische Kunst hervor: 
gebracht hätten. Die aus schwarz und weißen Marmortafeln 
zusammengeseHte Oberfläche ist mit den schönsten Ornamenten 
nnd Bildhauerwerken, bedeckt, die bis zur Höhe in bewunde: 
rungswürdigem Neichthum stichhalten. Die Gliederung der 
verschiedenen Etagen, die Fenster, die Sculpturen, wohin 
man blickt und aufmerksamer die Augen suchen läßt, bilden 
ein unvergleichliches Ganzes. Giotto verdiente die Ehre und 
die Geldbelohnung, die er dafür einerutete. Dass Bürgerrecht, 
das er erhielt, war damals eine große Sache, und der jähr: 
liche Gehalt von hundert Goldgulden keine Kleinigkeit. 
Er starb 1336. Bis zum Ende des Jahrhunderts blieb 
sein Styl die formende Gewalt in der florentinischen Kunst. 
Die Namen seiner Schülers und Nachahm.er bieten nichts, das 
über ihn hinausgeht. Es waren unerqnickliche Zeiten, in denen 
keine höhere Gewalt sich geltend macht in Italien, als trüber 
kampfbegieriger Egoismus. Das Land ist der SchauplaH un: 
endlicher Streitigkeiten, deren verworrenes Wesen durch keine 
hervorleuchtende Männergestalt edlere Bedeutung empfängt. 
Im Norden saßen die Visconti7s als die Herren von 
Mailand, wo sie Kaiser Heinrich bestätigt hatte. Durch sie 
blieb das ghibeklinische nördli6he Italien mit den Kaisers: und
        

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