Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Rafaels
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3504902
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3508354
316, 
Leben 
Michelangeto7g. 
Iiebentes 
Q1apitel. 
Bauen verwöhnte ihn Bramante, der das Unmögliche leistete. 
Nadhts ließ dieser die Steine des Mauerwerkes der Art vor: 
bereiten, daß, wenn sie Tags zusammengesetzt wurden, die 
Wände zusehends sich erhoben, weil Fuge in Fuge paßte. 
Michelangelo verschmähte alle Kunststücke. Er malte rasch, 
aber ohne Beihiilfe. Der Papst kam zu ihm aufs Gerüst, 
auf Leitern hinaufsteigend, daß Michelangelo ihm die Hand 
reichen mußte, damit er die letzte Höhe erkletterte, und reizte 
ihn durch Fragen, ob er bald fertig wäre. Vom Mai 1508 
bis zum Herbste desselben Jahres war die Hälfte der Decke 
vollendet worden. Die Ungeduld Giulio7s kannte keine Gran: 
zen mehr. Die Gerüste sollten herunter, um wenigstens dies 
eine Stück den Römern zeigen zu können. Michelangelo 
sträubte sich. Es fehlten noch die legten Retouchen und das 
Gold, mit dem einzelne Verzierungeu nnd Lichter aufgetragen 
werden sollten. Der Papst kommt eines Tages und fragt, wenn 
er nun ein Ende machen werde. ,,Wenn ich kannllt antwortet 
Michelangelo. ,,Du hast wohl große Lust, donnert jetzt Giulio 
los gegen ihn, daß ich dich hier vom Gerüst herunterwerfen 
lasse2lt Michelangelo kannte seinen Mann, stellte die Arbeit 
sogleich ein und ließ die Balken fortnehmen. Mitten in der 
Verwirrung und im Staube, der die CapelIe erfüllte, stand 
der Papst schon da und bewunderte die Arbeit. Am Aller: 
heiligentage 1508 strömte dann ganz Rom herbei und staunte 
das Wunderwerk an, das wie durch einen Zauber entstan: 
den war. 
        

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