Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Rafaels
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3504902
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3508256
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Leben 
Michelangeto7s. 
Bechstes 
Eapitel. 
seinen Bildern zu Stande brächte. Auch das erzählt Eon: 
divi.4C Wohl möglich, daß die Stimmung, die sich unter 
diesen Umständen erzeugte an dem traurigen Schicksale 
Antheil hatte, dem das Werk Michelangelo7s, das er eben 
mit so großen Mühen vollendete, einige Jahre später an: 
heimfiel.    I 
Wüßte man ein einziges Beispiel anzuführen, daß Michel: 
angelo der großartigen Idee treulos geworden sei, die er von 
der Mission eines Künstlers hegte, so müßte sein Benehmen 
seinen Staatsgenossen gegenüber hochmüthig und roh genannt 
werden, und gerade, daß er sie an Talent so weit überragte, 
spräche am stärksten gegen ihn. Aber dem Gefühl, das ihn 
so streng urtheilen ließ, genügte er.selbst in vollem Maße. 
Er wies jede Bestellung zurück, die er nicht würdig erfüllen 
zu können glaubte. Er kam aus das freundlichste denen zu 
Hülfe, die seine Hülfe in Anspruch nahmen. Die Kindlichkeit 
seines Charakters bricht überall durch, wo wir ihn näher kennen 
lernen, und Soderini7s Brief enthielt kein Lob, das mit der 
Wahrheit im Widerspruch stand. Tief versunken jederzeit in 
seine Pläne und voll Liebe zu dem, was er zur Erscheinung 
bringen wollte, war es ihm unerträglich, Anderen zu begegnen, 
die anders dachten; Ohne zu wollen und zu wissen vielleicht, 
wie sehr er sie verlegte, that er dann solche Aussprüche, durch 
die er die Zahl seiner Feinde vermehrte, welche ihm sein über: 
,ragendes Talent allein schon in so reichlichem Maße erzeugen 
mußte.
        

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