Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Rafaels
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3504902
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3507368
Iavonarola7s 
Untergang. 
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setzte. Es war nichts Seltsames damals, daß Klöster in 
Festungen verwandelt wurden. Aus den angesehensten Fa: 
milien waren die Söhne in Sau Marco eingetreten, um sich 
dem geistlichen Stande zu weihen: ihre Verwandten kamen 
jeßt, um an ihrer Seite den Sturm zu erwarten und zurück: 
zuschlagen.    
Der nächste Tag, der 8. April, war Palmsonntag. Von 
ihm ist der Beschluß der Signorie datirt, daß Savonarola 
aus Florenz verbannt sein sollte.18 Morgens früh predigte 
er in der Kirche des Klosters. Am Schlusse verkündigte er 
voraus, was geschehen würde, nahm Abschied von den Seini: 
gen und gab ihnen seinens Segen. Erst gegen Abend regten 
sich die Arrabiaten. Im Dome predigte ein Dominicaner. 
Die Compagnacci sprangen auf, schrien und drängten auf die 
Piagnonen ein, die fliichtend in7s Freie stürzten. Draußen 
stand eine ungeheure Menge, der Ruf ertönte plöylich von 
allen Seiten, zu den Waffen, zu den WaJenl nach Sau 
Marco, nach Sau Marcoi Dort war die Kirche gefüllt, von 
draußen schlug man die Thüren zusammen und stiirmte hinein, 
von innen leistete man Widerstand und wehrte sich. Da er: 
schien die Garde des Palastes, von der Regierung gesandt, 
um Savonarola zu verhaften. Sie fand die Eingänge des 
Klosters verrammelt und verzweifelte Bertheidiger hinter den 
Thoren, mitten darunter die Frauen und die Kinder, die die 
Kirche nicht hatten verlassen können und deren Geschrei dem 
Gebrüll der Menge draußen antwortete. 
Nachdem die Diener der Signorie sich Gehör verschafft, 
verkündeten sie den Befehl, daß alle die, welche nicht in7s 
Kloster gehörten, dasselbe zu verlassen hätten. Wer nicht
        

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