Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3493851
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Ungesäumt machte ich mich nun auf den Weg nach Wien, 
um mich dann nach Ungarn zu begeben und mir auf dem 
Kriegsschauplatz die nöthigen Studien und Kenntnifse für ein 
neues Bild zu sammeln. Ich konnte mich nie recht dazu be: 
quemen ein Bild von einer Schlacht aus der Neuzeit zu malen, 
tapfere Hauptmann Graf Salis Cblieb später bei NovaraJ, den verwnndeten 
Hauptmann Graf Lippe grüßend. Am Baume rechts, ruhig in das blutige 
Getümmel blickend, steht der Feldmarschall:Lieutenant Franz Graf von 
Wimpffen nnd nach vorn gewendet der kommandirende Feld1narschall:Liente: 
nant diAspre, im Gespräch mit dem Obersten von Schmerling, zu Pferde. 
Neben ihm schaut Molinari Cnachmals Oberst vom Pioniercorps und der 
Flotille auf der Donau und dem GardaseeJ durch ein Fernrohr. Den 
Fürsten Edmund von Schwarzenberg, der in der größten Noth einem 
Kaiser:Jnfanterieregiment zu Hilfe kam, erblicken wir zu Pferde weiterhin 
rechts und zwischen diesen Gruppen nnd dem Regiment Kinsky den Ad: 
jutanten Hauptmann Profche und den Hauptmann Steinhauser, Ordonnanzs 
offizier von d7Aspre, sowie den Rittmeifter Grafen Pappenheim, Sohn des 
verstorbenen bayer. Feldzeugmeifters, im Begriff, auf7s Pferd zu steigert. Das 
ganze Bild zerfällt demnach in zwei Haupttheile. Zur Linken das Vor: 
dringen eines muthig angreifenden Regi1nentes, zur Rechten die Zufammenss 
ftellung der Mitglieder des Offizierscorps, der oben erwähnten Portrait: 
Figuren. Der letzteren eine so große Menge, wegen ihrer Anzahl nur in 
geringem Maßstabe ausgeführt, in der Darstellung einer Schlachtenscene zu 
vereinigen, war für den Künstler keine geringe Aufgabe. Adams bewährtes 
Compositionstalent hat alle Schwierigkeiten, die sich bei der Lösung derselben 
hätten darbieten können, mit Meisterfchast überwunden. Der Eindruck des 
Ganzen gibt das wilde Getümmel nnd wirke Treiben eines, theils noch ges 
führten, theils schon vollendeten Kampfes, und doch sondert sich, bei genauem 
Hinblick, diese bunte Masse der verschiedensten Figuren in einzelne ver: 
ständliche Gruppen, welche für sich herausgenommen und gleichsam als bei 
sondere, geschlosfene Ganze betrachtet werden können. Erblickeu wir hier 
eine tapfer angreifende Truppenabtheilung, welche, die Dampfwolken drohen: 
der Gefchütze mißachtend, gegen den Feind losstürmt, so erscheinen uns dort 
die Schrecken der Verwundung 1111d des Todes in den mannigfaltigsten und 
verwickeltsten Situationen. Jn wie weit der Aehnlichkeit erwähnter Portraits 
Genüge geleistet, können wir nicht bestimmen, aber auch hierin läßt sich bei 
der Genauigkeit des Meisters die Erreichung der Wahrheit voraussetzen, 
soweit dieselbe bei so kleinem Maßstabe der Köpfe zu erfüllen möglich war. 
Die technisihe Darstellung ist sorgsam und fleißig, die allgemeine Haltung 
in der Farbe frischer und lebendiger, darum aber von größerer, malerischer 
Wirkung, als es bei vielen früheren Bildern Adams der Fall war.U
        

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