Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3493438
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der mehr Beruf zum Schriftsteller hat als ich. Ich wollte in 
diesen Blättern lediglich schlicht und einfach das Erlebte er: 
zählen und die erhaltenen Eindrücke schildern. 
Seit meiner Rückkehr aus Italien bis zum Tode des 
Königs Maximilian war meine Stellung in München, dem 
äußern Anschein nach zu urtheilen, eine sehr angenehme, viel: 
leicht zu angenehm, um in jenem Maße vorwärts zu schreiten, 
als es vermöge der mir von der Natur verliehenen Anlagen 
und Kräfte hätte sein können. König Max hatte seine Auf: 
merksamkeit auf mich gerichtet. Er erwies sich mir sehr gnädig 
und kaufte viele von meinen Werken. 
Auch Prinz Eugen nahm einen großen Theil meiner Zeit 
in Anspruch und war immer ein wenig eifersüchtig, wenn meine 
Bilder in andere Hände kamen. 
Feldmarschall Fürst Wrede legte sich in seinem Schlosse 
zu Ellingen eine ganze Sammlung fast ausschließlich von meinen 
Bildern an, ebenso der Oberst:Stallmeister Baron von Kesling. 
Auch viele andere Kunstliebhaber bemühten sich, Werke von 
mir zu erhalten. Was ich nur immer machte, wurde gekauft, 
und alles fand man schön und gut. 
Eine solche Stellung birgt für einen Künstler große Ge: 
fahren. Sie führt oft auch bei dem besten Willen zu einer 
gewissen Leichtfertigkeit und weckt die Lust, mehr Geld zu ver: 
dienen, als gut ist. Ein gewisses Etwas muß vorhanden sein, 
das den Künstler zu rastloser Thätigkeit aneifert; wenn man 
ausnahmsweise Beispiele hat, daß Künstler, bei denen der 
Gelderwerb die Haupttriebfeder ihrer Thätigkeit ist, es auch in 
ihren Leistungen weit bringen können, so sind diese eben 
Ausnahmen. 
Der Ehrgeiz wirkt kräftiger und treibt manchen Künstler 
dazu an, das Aeußerste von sich zu fordern. Aber auch das 
ist ein gefährlicher Gefährte, denn er führt leicht auf Abwege. 
Eitelkeit, Anmaßung und Ueberschätzung des eigenen Werthes 
gesellen sich oft unvermerkt dazu; bei unedlen Naturen auch 
noch Neid und Mis3gunst, die eben den Künstler nicht edler 
Albrecht Adam, Selbstbiogra.phie. 19
        

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