Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3492764
mich groß an, unterzeichnete meine Papiere und gab sie mir 
mit den Worten: ,,Bon v0yagekt4 Dabei warf er mir einen 
Blick zu, der mir vorkam, als wollte er sagen: ,,Du NarrlE 
Einer der Männer aus meiner Neisegesellschaft, der sich zu: 
gleich mit mir zu dem Generale begeben, u1n seine Legitimation 
vorzulegen, hatte die ganze Unterredung mit angehört. Diese 
Leute hatten sich noch nicht von dem Schrecken erholt, den ihnen 
die Unterredung mit den Württembergern eingeflös3t hatte, und 
nun nach dem, was sie gehört, war keine Rede mehr von Weiter: 
reisen. Er eilte zu dem Wagen zurück. Hier gab es eine inter: 
essante Scene. Es herrschte allgemeines Entsetzen über die Hart: 
näckigkeit, mit der ich auf meinem Entschlusse beharrte. Alle Be: 
redsamkeit wurde aufgeboten, mich zur Rückkehr zu bewegen. Die 
Frauen weinten und eine Zofe warf sich auf der kothigen Straße 
vor mir auf die Kniee nieder und bat flehentlich, umzukehren und 
mein junges Leben zu berücksichtigen. Das wäre mir beinahe zu 
Herzen gegangen, aber es war nicht Zeit für sentimentale Re: 
gungen, ich blieb fest. Der Chasseur, unter dessen Augen diese 
Scene vor sich ging, sah diesem Auftritte verwundert zu nnd 
schmunzelte in seinen Bart. Endlich hatte ich mich losgerissen. 
Meine Gesellschaft steuerte wieder Moskau zu und ich zog unter 
Sturm und Regen auf der Straße der Schrecken meines Weges. 
Kaum hatten jene den Rückweg eingeschlagen, so wollten meine 
Pferde nicht weiter und versuchten, umzuwenden, bäumten und 
1vidersetzten sich, so daß wir unsere Noth hatten, vorwärts 
zu kommen. Der sehr heftige Sturm schlug uns gerade ent: 
gegen, was den Pferden sehr zuwider schien  zudem waren 
sie gewöhnt, stets in Gesellschaft zu gehen.  hatte so das 
Aussehen, als ob die Pferde sogar mein Vorhaben mißbilligten. 
Ein aberglänbischer Mensch hätte leicht in Versuchung kommen 
können, es als schlimme Vorbedeutung zu betrachten; in meinem 
Jnnern aber schien mir eine Stimme zuzurufen: ,,Mit Muth 
und Beharrlichkeit wirst du dein Ziel erreichenl Vertraue dem 
schüt;,ende1i Engel, der bisher über dir gewacht hat1U 
Der scheinbare Leichtsinn, mit dem ich unter den obwal: 
tenden Umständen das vorgesteckte Ziel verfolgte, dürfte für
        

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