Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3492058
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In Thorn angelangt, trafen wir die kaiserlichen Garden, 
den Generalstab und den Marschall Berthier. Hiereging es 
wieder recht toll her. Alles fand ich, nur nicht den Prinzen 
Eugen. Ich Verlor zwei Tage, bis ich endlich in Berthier7ss 
Bureau erfuhr, er sei in Plock an der Weichsel. Ich mußte 
nun mit Postpferden, die ich nur mit Mühe und durch beson: 
dere Begünstigung erhielt, auf meine Kosten nach Plock reisen, 
aber auch hier erreichte ich mein Ziel noch nicht: der Prinz 
war wieder mehrere Tagmärsche voraus. Bei der Abreise von 
Thorn nach Plock hatte ich das Unglück, meinen getreuen 
Cerberus in einem großen Gedränge bei dem Uebergang über 
die Weichsel zu verlieren. Trotz aller Mühe konnte ich ihn 
nicht wieder finden und sah mich genöthigt, ohne denselben von 
Thorn einen schmerzlichen Abschied zu nehmen. 
In Plock saß ich in der peinlichsten Lage, weil ich den 
Prinzen nicht getroffen: mein Geld war auf der Neige, ich 
kannte keinen Menschen und stand eben im Begriffe, eine Werth: 
volle goldene Repetiruhr, die ich 1810 von der Vicekönigin zum 
Geschenke erhalten hatte, an einen Juden zu verkaufen, als ich 
aus der Straße einen Diener des Prinzen traf, dieser erzählte 
mir, daß er mit einigen kranken Leuten vom Hauspersonale 
hier habe zurückbleiben müssen. Ich klagte ihm meine Noth, 
nnd er rieth mir, mich an den General Plauson zu wenden, 
welcher in Plock in Geschäften für den Prinzen zurückgehalten 
worden sei. Ich begab mich sogleich in sein Quartier, die 
Adjutanten Wiesen mich aber im Vorzimmer ab, der General 
sei sehr beschäftigt und für Niemand zu sprechen. Ich ließ mich 
jedoch nicht abschrecken. Gefragt, was ich denn von ihm wolle, 
theilte ich mein Anliegen mit. Ein Adjutant machte Meldung 
und der General trat aus seinem Zimmer auf mich zu mit den 
Worten: ,,Haben Sie Papiere2V Nachdem ich mich legitsimirt 
hatte, fuhr er fort: ,,Sie treffen den Prinzen in Willenberg; 
wenn Sie sich nicht verweilen und mit Postpferden die Nacht 
hindurch reisen, können Sie morgen dort sein. Hier haben 
Sie vier Louisd7or, schreiben Sie darüber eine Quittung und 
geben Sie dieselbe meinem Adjutanten. Reisen Sie glücklichlE
        

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