Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3492014
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Stunden weit, zu. Fuß von Nördlingen herübergekommen waren. 
Die Freude des Wiedersehens war groß. Bei einem gut: 
besetzten Tische und unter traulichen Gesprächen saßen wir bald 
recht fröhlich beisammen bis spät in die Nacht. Wären meine 
Eltern nicht gar so ermüdet gewesen, so hätten wir uns gar nicht 
zur Ruhe gelegt. Sehr frühe wurde ich wieder wach, und so: 
bald sie mikh hörten, verließen sie das Lager, wir nahmen ein 
kräftiges Frühstück, plauderten noch ein Stündchen, wobei ich 
von meiner Frau.nicht genug erzählen konnte; um E; Uhr 
mußte ich die Reise jedoch fortsetzen. 
Die Trennung von meinen Eltern griff mich weniger an 
als ihr Wiedersehen, das Reisen hatte solchen Reiz fürs mich, 
daß gar manches Gefühl zurücktrat, wenn es sich darum han: 
delte, mich von etwas lossagen zu müssen, was mir lieb und 
theuer war.  , 
Unser Weg führte über Monheim, Weissenburg, Noth nach 
Nürnberg, wozu uns drei Tagemärsche vorgeschrieben waren. 
In Nürnberg hatten wir sogar einen Rasttag, welchen ich gehörig 
ausnützte, um alle meine alten lieben Freunde und Bekannten 
wiederzusehen.  gewährte mir großes Vergnügen, daß fast 
Niemand mich mehr erkannte; der arme Zuckerbäckerjunge, welcher 
vor acht Jahren nach Nürnberg gekommen, erschien jetzt als 
schmucker, eleganter italienischer Offizier. Selbst in der lieben 
Familie des würdigen Direktors Zwinger wurde ich nicht gleich 
erkannt. Dem alten Herrn wollte übrigens meine Metamor: 
phose nicht besonders gefallen, sie vertrug sich nicht recht mit 
feinem ächt patriotischen Sinne. Er that etwas fremd, und es 
kostete Mühe, die alte Zutraulichkeit, die ich an ihm gewohnt 
war, wieder hervorzurufen. 
Recht vielen Spaß machte mir das Zusammentreffen mit 
meiner frühem Prinzipalin, der Frau des Conditors Braun: 
ich begab mich in ihren Laden, kaufte einiges Znckerwerk und 
Chokolade, ließ mich mit der Frau, die sehr gerne plauderte, 
in ein Gespräch ein, und da noch mehrere von meinen frühem 
Kunstarbeiten im Laden gleichsam als Schaustücke aufgestellt 
waren, lenkte ich das Gespräch auf diese und ihren Urheber,
        

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