Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3492009
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mit zwei Fourgons verabreicht und sechs junge Leute aus dem 
königl. Stallpersonal und ein alter Thierarzt mitgesandt. Der 
Adjutant des Vicekönigs, Mc3jean, welcher mir den Befehl zum 
Abmarsche überbracht hatte, beging die Jndiscretion, mich mit 
diesem Transport reisen zu lassen. Dem königl. Oberststall: 
meister, Baron von Kesling, war dieses jedoch sehr angenehm, 
er stellte den ganzen Zug unter meine Aufsicht und räumte mir 
eine große Vollmacht ein. So zog ich zum zweitemnale als 
functionirender Stallmeister von München in den Krieg, dies: 
mal jedoch unter glänzendem Verhältnissen als drei Jahre 
früher. 
Den ersten Tags ging alles gut von statten; das junge 
Volk war sehr vergnügt, der Stallluft und dem maschinen: 
mäßigen, strengen Dienste entronnen zu sein; es sang und 
jubelte. So schlenderten wir sieben Stunden dahin und kamen 
frühzeitig in das Quartier zu Schwabhausen. 
Das Reisen zu Pferde, obschon es manches Beschwerliche 
hat, machte mir stets Vergnügen: Meine Pferdeliebhaberei, 
mein Studium und der Umgang mit diesen edlen Thieren, die 
freie Bewegung, bei der man auf dem Wege alles sehen und 
beobachten und jeden schönen Fußpfad benütz,en kann, ohne an 
die Landstraße gebunden zu sein, hatte stets vielen Reiz für 
mich. Hierin mag zum Theil der Grund liegen, warum ich 
nicht gleich von Anfang die Nachtheile, welche diese Art zu 
reisen zur Folge hatte, in Erwägung zog. Der Mensch greift 
ja bei aller Vorsicht gar leicht nach dem, was seinen Neigungen 
entspricht fund macht dadur6h bisweilen Fehlgriffe. So ging 
es diesmal. Wäre mir nicht ein glücklicher Zufall Und meine 
Entschiedenheit, rasch zu handeln, wenn es noth thut, recht: 
zeitig zu Hilfe gekommen, so dürften die Absichten, welche der 
gute Prinz Eugen mit mir hatte, zur Hälfte vielleicht ver: 
eitelt worden sein. Die nächsten Tage der Reise waren nicht 
mehr so heiter. Die Route ging überhaupt äußerst langsam 
nach den uns vorgeschriebenen Stationen vorwärts. In Donau: 
wörth fand ich meinen Bruder Ferdinand und meine guten 
Eltern, welche mich zu sehen bei schlechtestem Wetter, sieben
        

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