Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Adam
Person:
Adam, Albrecht Holland, Hyacinth
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3490150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3491767
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waren auf schweizerischem Gebiete. Unsere Erscheinung hatte 
dort Aufsehen und Verdacht erregt, weil man uns an so ver: 
schiedenen Orten zeichnen gesehen, als wären wir Spionc. Deß: 
halb zogen wir vor, früher als uns lieb war, den Rückweg 
einzuschlagen, fuhren über den See zurück, landeten aber dies: 
mal in Lecco und begaben uns von da ohne Aufenthalt nach 
Monza, wo der Hof schon die schöne Villa seit einigen Tagen 
bezogen hatte. Mein Freund de Saive verzichtete mir zu Liebe 
auf seine Zimmer in dem Palaste und miethete in einem Privat: 
hause eine recht idyllische Wohnung, in der wir sechs Monate 
sehr glückliche, frohe Tage mit einander verlebten. Das Haus 
hatte entfernt von allem Geräusche des Hofes und der Stadt 
eine stille, friedliche Lage; wir bewohnten vier Zimmer mit der 
Aussicht auf Monte Brianza. Eine Rebenlaube mit Gewächsen 
von vorzüglich edler Gattung führte nach einem Garten, durch 
den sich ein Flüszchen hinzog, das uns zum Bade diente, auch 
hatten wir einen schönen Stall, kurz alles, was bei mäßigen 
Ansprüchen zur Bequemlichkeit dient. 
Jch ließ ungesäumt mein begonnenes Bild, die Schlacht 
bei Raab, von Mailand bringen, arbeitete fleißig und mit ge: 
sammeltem Geiste daran und vollendete es bis gegen Ende 
September. 
Mitunter machten wir schöne Excursionen zu Pferd, wozu 
auch der dortige Park sehr einladend ist, und de Saive unter: 
ließ nichts, mir den Aufenthalt dort angenehm zu machen und 
mich von Mailand fern zu halten. Ganz aber wollte es doch 
nicht gelingen. Zeitweise erhielt ich Nachricht über das Be: 
finden meiner  wie soll ich sie nenuen2  Freundin, Ge: 
liebten. Man ist in diesem Falle verlegen um den Namen, 
den man der Sache geben soll. Noch war kein Wort von Liebe 
gesprochen und dennoch bestand schon ein Bund der Herzen, 
dessen Auflösung mir keine leichte Sache schien. Jch gestehe, 
daß ich es nicht vermochte, diesem Hause gänzlich den Rücken 
zu kehren; es ging gegen mein Gefühl. Ich ritt daher bis: 
weilen nach Mailand, um nach ihr zu sehen. Damals besaß 
ich ein vortreffliches Pferd türkischer Race; eine wilde Bestie,
        

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