Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lucas Cranach's Leben und Werke
Person:
Heller, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3486343
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3487342
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eigenen Schriftchen bekannt machen werde, obgleich erst neuerlich 
zwei sehr gründliehe Abhandlungen über diesen Gegenßand , neun: 
lich: Zur Geschichte der Theorie der Formschneidekunsi, von C. 
F. V. Runiohr, Leipzig 1837, und: Ueber die Eigenhcindigkeit der 
Malerformschnitte, Von A. E. Un1breit, Leipzig 1840, zweites Heft 
1843, erschienen sind. Hier soll Vorläufig nur das auf Cranach 
Bezügliche kurz erwähnt werden. 
Der erste Schriftsteller, welcher unseren Cranach als Form: 
schneidet bezeichnet, iß der schon genannte Joachim v. Sandrart, 
indem er in seiner Academie S. 219 sagt: ,,Um selbige Zeit 
L15033 hat Albrecht Dürer, durch die Vollkommenheit seiner Wiss 
senschaft, sich selbst den unVerwelklichen Lobs:Kranz ausgesetzt, und 
sehr viel Sachen in .Holzschnitt Von Anno 1510 bis Anno 1520 
ausgehen lassen, wie in seiner Lebensbeschreibung folgen wird, 
welche alle 3eugniß geben können, wie hoch damals schon in 
Teutschland die Kunst den Schatten und Liechte zu bilden gesiie: 
gen, ja es wären dazu allein genug das von gedachten: Künsiler 
versertigte Marienbild, so das in St. Anna Schoß sitzende Je: 
suskindlein attbetet: Jtem die Von Lukas Cranach küns3lieh 
geschnittene Adam und Eva, als auch das von Hans Bald: 
dunggrün wolgearbeitete Gabelfahren der unseligen Hexen, neben 
dem in einem Stall bei den Pferden liegenden KnechtVJ, und an: 
dem mehr, so von gedachtetn Dürer ans Licht gegeben worden. U 
Da Sandrart, dem Zeitalter Dürers näher stehend, als die 
neueren Schriftsteller, mit Liebe und ohne Vorurtheil das Leben 
der Künstler, besonders der Deutschen, beschrieb, so konnte er wohl 
am besten wissen, ob sie .Holzschnitte gefertigt haben, oder nicht. 
Seinen Aeusserungen ist daher Voller Glauben zu schenken. Selbst 
Vasari, der hundert Jahre früher sein Werk verfaßte, bezeichnet 
den Albrecht Oürer als Formfchneider. Daß die Zeitgenossen Cras 
nachs ihn nicht als solchen erwähnen, lag wohl daran, daß es 
ihnen eine zu bekannte Sache war, und sie diese Beschäftigung 
natürlich nicht so hoch schätzten, als das Malen. Ueberhaupt ge: 
ben die bis jetzt bekannt gewordenen Nachrichten über die eigent: 
lichen Berussbeschciftigungen der damaligen Künsiler nur sehr spcir: 
licht Auskunft. 
H BatkfTh VII 1Is 470 Nr. l5 führt dieses Blatt irkig unter den Arbeiten 
des Hans Brosamer an; schon die Manier zeigt, daß es von Hans Bat: 
bang Grün ist.
        

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