Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lucas Cranach's Leben und Werke
Person:
Heller, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3486343
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3487284
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s;er Kenner von Kunliwerkcn, fällt über Cranachs Arbeiten soc: 
gendes Urtheil: 
,,Er ist sonderbar sauber und liebreich im Malen und Reißen 
gewesen, hat auch in solchen mehr, als in Ausbildung der lobwür: 
digcn Antichen, nackenden Bildern, .Hißorien, Poetischen Ges 
dichten und andern verstanden; masfen er sich meistens auf das 
Contrasäen gelegt, und sich in Vorsiellung halber Figuren der Las 
c1sctia, alter Männer, Weibsbilder und dgl., die er Allam0de1sna 
gekleidet, geübt, und jede in ihrem Geschlecht sehr nett und san; 
ber gemahlt, wie sie dann auch bei dem Churfürtilichen Hof in 
großen Ehren gehalten werden, und ist der Meister selbsk bei Leids 
Zeiten von diesem hohen Haus reichlich begnadiget worden.U 
Das gediegensie und umfassendsie Urtheil über CranachS Werke 
in neuerer Zeit ist von Göthe9H intimsiem Freund, dem .HisioriFek 
und scharfen Kritiker der Werke bildender Kuns7, Großh. Weimq; 
risehen Hosrathe und Direktor der Zeichnen:Akademie in Weimar 
.HeinrichMeyer,VJ weswegen es auch hier wörtlich ausgetheilt 
wird.  
,,An Erßndungsvermdgen war Lukas Cranach keineswegs arm, 
denn um Figuren und manniahfaltige Geberden derselben Enden wir 
ihn nirgends in Verlegenheit, wohl aber gebrach es ihm an Poe: 
tischem Schwunge .der Gedanken, wie auch an fein ausgebiIdkkkm 
Geschmack in seinen Oarstellungen. Dem Verfasser dieser Nach: 
richten sind aus verschiedenen Samtnlungen eine Menge Crana: 
chischer Geinälde bekannt geworden; aber er fand niemals eines, 
welches sieh durch rorüglich lobwürdige Motive ausgezeichnet hätte, 
und also mag man glauben, sein Talent und Besireben sey über: 
haupt nicht nach dieser Seite hin gerichtet gewesen. 
Von den Un1rissen in Eranach,s Bildern läßt sich urtheilen, 
sie seyen mehr sireng und pünktlich, als überhaupt richtig; denn 
der Künstler scheint seine Aufmerksamkeit mehr auf jedes Einzelne, 
als auf Darstellung des Ganzen, in harmonifcher Zusatnmenwir: 
sung der Theile gerichtet zu haben; darum findet sich auch höchst 
selten ein von ihm gesnaltes Gesicht, welches ganz unversehoben 
wäre; weil aber jeder Theil, einzeln betrachtet, mit mul7erhafter 
Treue nachgebildet ist, so wird auch der Blick des Beschauers Vom 
Ganzen aufs Einzelne über geleitet, und die besagten Versehen 
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