Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3481047
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Bedingtheit der Kunst 
Die zeitliche 
geben. Es war ein merkwürdiger, vom staatserhalten: 
den Standpunkt aus angesehen vielleicht ein glück: 
licher Zufall, daß die politische Umfturzbewegung in 
jenem Zeitalter ein Gegengewicht im künstlerischen 
Klassizis1nus erhielt. Doch kann diese Erwägung 
unser Urteil über den Klassizismus als solchen nicht 
mildern; und es bleibt dabei, daß die Grundlüge 
dieser Kunstrichtung gerade darin lag, daß sie nichts 
weniger als zeitgemäß war. 
Dasselbe läßt sich in Bezug auf die Vorherrschaft 
des Jtalismus in den Niederlanden zu einer Zeit 
sagen, da die mächtige Gährung der Geister in dem 
Unabhängigkeitskampfe bereits blutig und fürchterlich 
überzeugend ins Leben trat. Die holländische Kunst, 
die der Zeit entsprach, ließ dann freilich auch nicht 
mehr lange auf sich warten; und die holliindische 
Kunst des siebzehnten Jahrhunderts ist unzweifelhaft 
auch deshalb und mit deshalb ewiggiltig, weil sie 
von der Zeitströmung getragen wurde, die damals 
in Holland wie im benachbarten England bereits der 
staatlichen und der geistigen Freiheit entgegentrieb. 
Daß die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhun: 
derts erfolgte Entwicklung der Landschaftsmalerei zu 
einer Kunst in höherem und höchstem Sinne des 
Wortes, in dem sie uns die ganze Natur vom gött: 
lichen Odem erfüllt und beseelt4zeigt, durchaus dem 
Geiste der Zeit entspricht, in der Andreas Caesali
        

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