Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3481029
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Bedingtheit der Kunst 
Die zeitliche 
denen die ganze Empfindung ihrer eigenen Zeit 
wiederllingt. 
Wohl aber könnte hier sofort die Frage auf: 
geworfen werden, ob denn nicht die heute oerschmäh: 
ten italisierenden Manieristen, wie Mabuse und 
Scorel, wie Floris und Coxcie, die von Karel van 
Mander gerade auch als Erneuerer.der niederlän: 
dischen Kunst gepriesen wurden, da sie dem Streben 
ihrer Zeit nach größerer Abrundung und idealerer 
Formensprache genügten, und ob denn nicht die 
heute verlästerten Kassizisten vom Ende des vorigen 
Jahrhunderts, die wie Mengs und David ebenfalls 
von ihren Zeitgenossen als Leitsterne angesehen wurden 
und in der That ihrer Zeit in der vermeintlichen Rück: 
kehr zum reinen Griechentum und zum reinen Römer: 
tum voranlenchteten, nicht ebensogut ganz und gar 
Söhne ihrer Zeit gewesen, wie jene gepriesenen Un: 
sterblichenP Wo liegt hier der UnterschiedP 
Es ist zum Glück, nachdem wir uns von der Not: 
wendigkeit überzeugt haben, daß die Kunst dem Strom 
des einheimischen Volkslebens entquelle, nicht schwer 
auf diese Fragen die richtige Antwort zu finden. Es 
stünde allerdings schlimm um unsere Ansicht, wenn 
sie zur Folge hätte, daß die Berechtigung jeder Mode: 
thorheit anerkannt werden müßte. Unsere Betrach: 
tungen sollen uns ja gerade in den Stand sehen, 
künstlerisch echte von künstlerisch unechten Bewegungen
        

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