Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3480446
Z0 
Nachwelt 
Die 
als Richterin 
im vierblättrigen Kleeblatt der französischen, italieni: 
scheu, deutschen und niederländischen Künste noch in 
den letzten Jahren auf einem Deckenbilde der Eingangs: 
halle des Lonvre zu Paris angewiesen worden, läßt 
darauf schließen, daß man auch in Frankreich nicht 
glaubt, auf die Dauer politische Kunsturteile aufrecht 
erhalten zu können. 
Daß es aber auch im eigentlichen Sinne zeitlich 
bedingte Auffassungen der Kunst der Vergangenheit 
giebt, sozusagen künstlerische Modegesetze mit rück: 
wirkender Kraft, davon weiß nich; nur die Geschichte 
des Kunsthandels, sondern auch die Geschichte der 
Kunstgeschichte selbst allerlei zu erzählen. Wie in 
Zeiten ausgebildeter Kennerfchaft fast jedes Jahrzehnt 
seine besonderen Lieblinge unter den älteren Meistern 
hat, Lieblinge, die mit großem Aufwande kritischer 
nnd schriftstellerifcher Kunst in die vorderste Reihe 
der Erwählten gerückt werden, so ziehen am Himmel 
der kunstgefchichtlichen Kritik manchmal auch Wolken 
dahin, die den Anblick der leuchtendsten Sternbilder 
zeitweilig verhüllen. 
Eine Verdunkelung solcher Art trat z. B. in der 
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein, als 
Winckelniann, dessen Verdienste um die Erforschung 
der griechischen Kunst und um die Benutzung der dent: 
schen Sprache nicht hoch genug angeschlagen werden 
können, es ausgesprochen hatte, daß alles Heil der
        

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