Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3482060
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Schlußfolgerungen 
noch verhältnismäßig gering. Durch die Breite der 
Pinselführung, die bei den Deutschen leichter als bei 
anderen Völkern das Ansehen der Roheit gewinnt, 
lassen noch lange nicht alle deutsche Meister jenes 
reife Formenverständnis hindurchfühlen, ohne das es 
eine echte Kunst nicht giebt. Manche Künstler, die 
dieses Formenverständnis offenbar besitzen, suchen es 
sogar absichtlich zu verbergen. Wohl mag der moderne 
Maler es unter Umständen nur erraten lassen; aber 
ohne daß er es mindestens erraten läßt, wird es 
ihm nicht gelingen, uns zu überzeugen. 
In der gegenwärtigen Kunst einiger anderen Völker 
erscheint das ,,ModerneU gleichmäßiger mit dem ,,Natio: 
nalen0 verschmolzen, die neue Naturanschauung inniger 
vom neuen Zeitgeiste beseelt, vor allen Dingen die 
neue Technik reiner und gediegener durchgebildet als 
im Durchschnitt der deutschen Kunst. Jedermann 
weiß, daß hier vor allen die Franzosen zu nennen 
sind, die freilich einerseits zu allen Ausschreitungen, 
deren der Jmpressionismus fähig ist, am leichtesten 
bereit sind, andererseits jedoch auch schon manche 
Meister besiHen, die dem Jüngsten nicht leicht zu 
altmodisch und dem Ältesten nicht leicht zu neue: 
rungssüchtig erscheinen. Aber im Durchschnitt, immer 
von unseren Hauptmeistern abgesehen, sind auch die 
Spanier, Engländer, Schotten, Amerikaner, Holländer 
und sogar Skandinavier den unseren in der Gleich:
        

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