Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3482007
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deutsche Phantasiekunst 
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Die 
Hauptstärke der deutschen Kunst gelegen; auch schon 
zu Dürers und Holbeins Zeiten. Thoma kann umso 
sicherer sein, daß seine schönen Steindruckblätter als 
vollgiltige Kunstwerke angesehen werden, da er sie 
nach dem Abdruck einzeln mit der Hand farbig aus: 
zuführen pflegt. Hier ist nicht nur eine neue deutsche 
Kunst, sondern auch ein neuer deutscher Kunstzweig 
ins Leben getreten. 
Max Klinger ist der tiefsinnigste, schöpferischste, 
gestaltenreichste Meister dieser Reihe. Seine Kunst 
klopft an die Pforten des Himmels und der Hölle, 
des Todes und des Lebens. Sie weiß den Sagen 
des griechischen Altertums wie den jüngsten groß: 
städtischen Tagesereignissen neue, durch Gedanken: 
verbindunge11 und Empfindungsbeziehungen gehalt: 
reiche Seiten abzugewinnen. Sie schwelgt im bei 
ziehungslos Schönen und im beziehungsvoll Häß: 
lichen. Sie verwertet alle künstlerischer Reize der 
Landschaft, des.Menschenlebens und der Ausgeburten 
der Einbildungskraft. Sie ist realistisch mit den 
Realisten, idealistisch mit den Jdealisten, mystisch mit 
den Mystikern und phantastisch mit den Phantasten. 
Bald geisti, bald gemütvoll, ist sie durchaus eine 
Tochter unserer Zeit. Unmittelbar aus dem Empfing 
den ihres Schöpfers hervorgegangen, muß sie auch 
viele, wenngleich nicht alle Seiten deutschen Geistes: 
lebens wiederspiegeln. Thatsächlich hat kein anderes
        

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