Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3481608
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Fragen, die 
die 
unbeantwortet läßt 
KunftgesthkChkE 
gehen, ist im bisherigen Verlaufe der Kunstgeschichte 
überhaupt noch kein Maler gegangen. Es darf wohl 
die Frage aufgeworfen werden, ob es auf die Dauer 
möglich ist, sich einer Malweise zn,bedienen, die dem 
gesunden Auge erst bei einem Abstand von zehn 
Schritten erlaubt, die künstlerische Absicht des Meisters 
zu erkennen. Doch sind es auch hier eben nur die 
Ansschreitungen, die zu Bedenken Anlaß geben. Wenn 
man sich z. B. der legten Bilder des Frans Hals 
erinnert, so weiß man, daß die kunstgeschichtliche Be: 
trachtungsweise auch in dieser Beziehung ein außer: 
ordentliches Maß von Freiheit gestattet.s Die Vor: 
bedingung der Breitnialerei bleibt nur immer die 
Beherrschung der Form, wie jene großen Meister sie 
beherrscht haben. Wo die Breitmalerei angewandt 
wird, um einen Mangel an Formenverstiindnis zu 
verstecken, hört sie sofort auf, Kunst zu sein. 
Sodann lehrt die Kunstgeschichte uns überhaupt 
nichts über ein Vorzugsverhältnis zwischen der Zeich: 
nuug nnd der Malerei, zwischen der Form und der 
Farbe, das allgemein anerkannt werden müßte. Manche 
schlichte Umrißzeichnungen ziehen wir manchem male: 
risch durchgeführten Gemälde vor; und manches auf 
zeithnerischer Grundlage durchgeführte Gemälde ge: 
währt uns einen größeren Kunstgenuß als manches 
Prachtwerk der koloristischen Malerei. Die mensch: 
lichen Augen sehen auch in dieser Beziehung so ver:
        

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