Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was uns die Kunstgeschichte lehrt
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3479782
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3481160
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Stoffe 
Gesc17id;tIi.i7e 
größten Malern der älteren Zeit die eigentlich welt: 
geschichtlichen Darstellungen im Verhältnis zu den 
religiösen Vorwürfen und anderen sofort verständ: 
lichen Gegenständen findt Man wird dann doch viel: 
leicht ohne weiteres zugeben, daß das neunzehnte 
Jahrhundert, seiner vorwiegend rückwärts blickenden 
Kunstanschauung entsprechend, auch in der Bevor: 
zugung geschichtlicher Stoffe einerseits zuviel gethan 
hat, andererseits nicht immer glücklich gewesen ist. 
Daß die Nachwelt an Kunstwerken, deren Inhalt 
den Geist der Zeit atmet, in der sie entstanden find, 
besonderen Anteil nimmt, ist zweifellos ein kunstge:. 
schichtlicher Erfahrungssatz. Wir würden aber anderen 
Erfahrungssät3en zu nahe treten, wenn wir uns bis zu 
der Behauptung verstiegen, daß ein Künstler, der ein 
Sohn seiner Zeit zu sein begehrt, sich der Darstellung 
von Stoffen, die vergangenen Zeiten entlehnt sind, ent: 
halten müsse. Es kommt nur darauf an, daß er sie 
mit den Augen seiner eigenen Zeit angeschaut und 
mit der Empfindung seiner eigenen Zeit beseelt habe. 
Nur eine Zeit mit weit stärker ausgeprägtem wissen: 
schaftlichen als kiinstlerischen Sinn könnte diese Sätze 
dahin umdrehen, daß es in solchen Fällen zunächst auf 
die geschichtliche Richtigkeit der Handlung und des 
Beiwerks ankomme. Auch bei geschichtlichen Kunst: 
Werken ist die Kunst die Hauptsache, die Geschichte 
die Nebensache. 
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