Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bilder aus der neueren Kunstgeschichte
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3475622
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3476685
und weiter verbreiten half, sondern auch in zahlreichen Cigen: 
thiimlichleiten der Komödie finden. Die Fabel selbst bewegt sich 
in den gewöhnlichen Geleisen der komischen Phantasie. Ein 
schiichterner Liebhaber wird von einem eifrigen Freunde und einem 
pfisfigen Freigelassenen wirksam unterstützt, so daß er nicht allein die 
Neigung der Geliebten gewinnt, sondern auch die Anschläge eines 
gefährlichen Nebenbuhlers hintertreibt. Dieser glaubt durch einen 
Gewaltstreich sich den Sieg zu sichern und wagt eine Entführung, 
vergreift sich aber und führt die nnrechte Braut heim. Zum 
Glücke findet er seinen Mißgriff nicht so schlinnn und so schließt 
die Komödie, nachdem noch unverhoffte Wiedererkennungen vor 
sich gehen, zu allgemeiner Befriedigung. Alberti will aber nicht 
blos unterhalten, sondern auch belehren. Seine Komödie verhüllt 
einen tieferen Kern, wie schon die für die einzelnen Personen 
gewählten Namen: Philodoxeos der Ruhmliebende, Phroneus der 
Vernünftige, Doxa und Phemia  der Ruhm und der Ruf an: 
deuten, welcher aber von dem Autor in der Vorrede noch beson: 
ders hervorgehoben wird: ,,Diese Fabel lehrt, das; der strebsamc 
und eifrige Mann nicht minder als der Reiche und vom Glücke 
Begünstigte Ruhm gewinnen könne.E Ein Durchschieben von Ge: 
danken, so daß der eine, kaum ausgesprochen, schon in einen an: 
deren, tieferen, gehei1neren sich wandelt, eine moralisch:allegorische 
Tendenz der Poesie liegt in der allgemeinen Neigung der Zeit, 
vollends h1unanistisch erscheint die Ruhinessehnsucht, welche, freilich 
etwas schief und unklar, als Grundidee der Komödie anklingt. 
Leon Battista7s äußere Lebensverhältnissc weiter zu verfolgen, 
fehlen uns leider vielfach die chronologischen Handhaben. Ein 
Ereigniß, charakteristisch für den Mann und die Zeit, wird uns 
allein aus seinen späteren Jahren mit großer Ausführlichkeit be: 
richtet. Die langen Kämpfe der florentinisehen Republik mit Filippo 
Maria Visconti drückten die Stimmung und lähmten den Sinn 
der sonst so fröhlichen und aufgeweckten Florentiner. Da faßte 
Leon Battista im Vereine mit Piero di Cosinto de, Medici den 
Plan zu einem literarischen Turnier. Es sollte nicht allein der 
florentiner Universität die Gelegenheit geboten werden, sieh in 
ihrem Glanze und ihrer Herrlichkeit zu zeigen, sondern auch 
durch das prunkvolle Schauspiel die Lebensluft in weiteren Kreisen 
geweckt werden. Alles ist dabei bedeutsam: die Anordner des
        

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