Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3462845
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Its 
des Cinquecento die Maßhaltigkeit der Alten darin weit 
überboten. Das Heidenthum und das Christenthum, die 
Mythologie und die Bibel, das schwirrte den Leuten bunt 
durcheinander im Kopfe, und es ist noch die Frage, ob 
nicht die Götterwelt des Olymps sammt dem unterirdischen 
Reich Plutons und Neptuns feuchtem, sischschwänzigem 
Gefolge den Vorrang behauptete vor den tcstamentarischen 
Gestalten und Begebenheiten. 
Die Aufgrabung einiger Wohnhäuser oder Palasträume 
des Alterthums, damals bei ihrem ersten Auffinden aus 
der Nacht des Grabes ,,GrottenH genannt, woher diese 
ganze Art des Ornaments den Namen der ,,Grotteskentt 
erhielt  diese Aufgrabung hatte jene späte phantastische 
Wandn1alerei, wie sie uns heute in Pompeji in zahllosen 
Beispielen vorliegt, zuerst zur Kunde gebracht. Hier sah 
man in jedem Fall eine höchst reizvolle Welt auf die Wände 
gemalt, reizvolI in der Farbe, reizvoll in der Erfindung. 
Zwar schlugen diese Gebilde der Phantasie mit der Kühn: 
heit ihrer unmöglichen Architektur zuweilen aller Wirklichkeit 
keck ins Antliy, aber sie sollten ja auch nicht die Wirklichkeit 
vorstellen, auch nicht den Schein derselben geben, sondern 
nur wie eine Märchenwelt dem Auge ein anmuthig:heiteres 
Spiel vorgaukeln und die Einbildungskrast mit Bildern 
erfüllen. Diese wohlthuenden warmen Farben, in denen 
Braunroth den Hauptklang gab, diese harmonische, so wohl 
berechnete Eintheilung der Felder, diese heiteren olympischen
        

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