Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3465862
Ost 
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dritten 
in 
der 
Art, 
wie 
die 
Naturformen 
zu 
Kunstformen 
umgeschaffen waren; man konnte also von dem einen dies, 
von den anderen jenes lernen. Es war nicht nothwendig, 
daß daraus ein Eklekticismus hervorginge, da es sich ja zu: 
nächst nur darum handelte die verloren gegangcne Kunst: 
prinzipien wieder zu lernen; und selbst wenn auch nur 
Caraccis und Domenichinos der Kunstindustrie auf diese 
Weise entstanden wären, so wäre das, im Vergleich zum 
vorhandenen, immer noch ein goldener Zustand des 
Geschmacks geworden. 
Diese Gedankenfolge führte zur Gründung eines 
Museums für Kunstinduftrie, des South:Kensington: 
Mufenms, welches also aus den Erfahrungen der ersten 
großen Weltausstellung hervorgegangen und nunmehr durch 
alle Lande berühmt geworden ist. Es sollte dem Künstler 
dienen, aber ebenso auch dem Publikum, denn man mußte 
sich sagen, daß die ganze Verbesserung des Kunstgeschmacks 
in der Industrie umsonst sein werde, wenn das Publikum, 
dessen Auge und Gefühl durch den Anblick des Schlechten 
verdorben, nicht fähig sei das Bessere zu würdigen und 
folglich auch nicht geneigt es zu kaufen. 
Aber man beruhigte sich in England nicht mit der 
Gründung des Kensington:Museums und der Gewinnung 
des Publikums für dasselbe; man errichtete in Verbindung 
mit demselben eine großartige Kunstschule, die alle Zweige 
künstlerischer Vorbildung umfaßt, Denn da die großen
        

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