Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3465751
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als damals die Kenntniß der verschiedenen Stile noch 
durchaus ungenügend war und eigentlich erst dieser Streit 
die pxqktisch,akchäologischen Studien und überhaupt die 
moderne Kunstwissenschaft anregte. Bald hieß es: hie 
Gothik, hie Antikel Dort rief man als Universalmittel die 
Renaissance aus, dort das Romanische und Byzantinische, 
anderswo das Arabische oder Louis XlV. Den Stil aber 
fand man vor lauter Stilen nicht. 
Das meiste Anrecht schien die Antike zu haben, denn 
sie hatte vor Kurzem den Thron inne gehabt und war so 
eben noch von Staatswegen der Stil aller öffentlichen 
Bauten gewesen. Aber grade hierin hatte sie einigermaßen 
Fiasco gemacht, und man war im Grunde froh sie los zu 
sein, wenn man auch bald einsah, daß der Nachfolger noch 
schlechter war. De1moch behielt sie ihre Verehrer und nicht 
die talentlosesten. Schinkel in Berlin, Klenze in München 
wußten ihr sogar mehr Schwung, Frische und eigenthümliches 
Leben zu verleihen, als sie in der Zeit des Jmperialismus 
je besessen hatte. Aber die Nachwirkung ging kaum über 
die Architektur hinaus. Die Antike ging nicht in den 
Volksgeschmack über, trohdem Schinkels Bemühungen grade 
auf dem ornamentalen Gebiet dahin gerichtet waren und 
es ihm wirklich gelang in Berlin eine architektonische Schule 
zu gründen, welche freilich von den Spuren des Meisters 
sich wieder entfernte.
        

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