Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3464946
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Ausnahme von Himmel und Wolken, durch und durch 
conventionelI geformte Welt im Licht ihrer Eitelkeit 
bewundern konnte, nicht in Bassins allein sammelte man 
das Wasfer, man bedurfte für das Ohr fein Rauschen und 
Plätscher11 als die Musik dieser künstlichen Haine, in denen 
der freie Vogel keine Ruhe hatte vor dem Klappern der 
Scheere, welche die Heimlichkeit seines Nestes störte. 
Darum rauschte das Wasser in breiten Güssen von 
Stufe zu Stufe Cascaden herab, während im Hintergrunde 
auf der Höhe und zu den Seiten die Wassersäulen empor: 
stiegen und ihr Wasser klatschend auf die Marmorstusen 
fallen ließen. Das nannte man ein Wassertheater, von 
welchem Springbrunnen die Coulissen bildeten. Wie man 
Bäume die Reihen hinabpflanzt, so machte man AlIeen von 
Fontainen, eine hinter die andere gestellt, zu beiden Seiten 
die langen Gänge hinab. Hier plätscherte ein einsamer 
Brunnen im dichten Grün, dort schossen hunderte von 
Strahlen durcheinander und warfen ihre Bogen über die 
Bassins hinüber, anderswo sah man die Wasser aus wilden 
Felsen hervorbrechen, die man künstlich über einander 
gethürmt hatte. 
Aber diese Felsen, welche die Wildheit der Natur nach: 
ahmen sollten, gehören schon mehr der späteren Zeit an; 
zum Geschmack Ludwigs XlV. passen sie nur, wenn sich 
mit ihnen ein Gedanke verbindet und diesen entnahm man 
der für alles aushelfenden Mythologie. So z. B. in diesem
        

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