Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3464843
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Ists 
des anderen, 
Kunst. 
bildet die Geschichte des Gartenbaus 
als 
einer 
Das Recht des Menschen die Natur im Garten künft: 
lerifch zu gestalten, kann nicht bestritten werden. Der 
Garten ist für ihn. ein Lustaufenthalt in freier Luft; der 
Mensch bedarf darin, je nach dem Erforderniß der Tages: 
und Jahreszeit, der sonnigen Hulden und der schattigen 
Plätze; er bedarf der geebneten Wege zum Spaziergang, 
welche ihm die Natur nicht bahnt und nicht mit Sand 
bestreut, er bedarf der abgelegenen Plätze zu einsamer 
Ruhe und Betrachtung, er bedarf anderer zum Spiel und 
geselIiger Conversation; er hat das Recht diese Bedürfnisse 
durch Umgestaltung der Natur zu befriedigen. Der Garten 
schließt sich ferner der Regel nach an die Wohnung an; 
er bildet somit den Uebergang zwischen Stadt und Land, 
zwischen Schloß und Wald, zwischen Haus und Flur. 
Daraus folgt ein gewisses Recht der Architektur über die 
Anlage des Gartens. Der Architekt muß die zunächst um: 
gehende Natur mit seinem Bau in Einklang zu sehen suchen 
und den Rhythmus seiner Baulinien wenigstens auf die 
anstoßenden Partien ausdehnen. 
Dieses Prinzip, auf die äußerste Consequenz geführt, 
giebt den französischen Geschmack im Gartenbau, den 
die Zeit Ludwigs XIV. schuf; das entgegengeseHte Prinzip, 
nämlich die Natur in ihrer Freiheit oder vielmehr die 
nachgeahmte Natur bis unmittelbar an die Wohnung heran:
        

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