Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3464596
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Ists 
derliche Formen der Jnitialen und eine Masse unnöthiger, 
als Verzierung herumgeschwungener Linien, die den Buch: 
staben gerade wie eine Allongeperrücke umgeben. Denken wir 
uns bei der Betrachtung dieser Buchstaben den Schreiber 
hinzu, so sehen wir ihn mit Wohlgefäiligkeit die Hand führen, 
und wenn sein Werk geschehen, wenn alle diese Schnörkel und 
Linien, die sich um einander und durch einander schwingen, 
vollendet 
sind , 
fo 
wird 
ck 
säh 
selber 
Und 
sein 
Werk 
wundern. 
in allem, 
Eigene dieser Zeit, daß sie 
keinen größeren Bewunderer 
Das ist eben das 
was sie vollführt, 
und Lobredner hat als sich selbst. Sie begnijgt sich mit 
der Selbstzusriedenheit; die Nachwelt ist es nicht, um deren 
Gunst sie buhlt. 
Deutlicher noch als die Handschrift spricht in gleichem 
Sinne das Portrait zu uns. Früher in allen guten 
Zeiten des Portraits hatte dasselbe die Ausgabe gehabt 
den Menschen im Menschen darzustellen, das Bild mit 
Hinweglassung alles unnöthigen Beiwerks so einfach wie 
möglich zu halten, damit sich alles Interesse allein auf 
den Kopf concentrire; das Portrait sollte den Charakter 
wiedergeben, wie er, unbewußt und unbeobachtet, sich i1n 
glücklichen Momente offenbart. Im Gesicht allein und 
allenfalls in den Händen noch sollte man die ganze und 
wahre Natur des Menschen lesen, was er ist, was er 
gethan und gelitten, seinen Charakter und seine Geschichte. 
Das ist der Standpunkt, von dem aus die großen Meister
        

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