Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3464445
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PS 
selbst oder legen sich mit Schleifen um das Fußgelenk 
herum. Selbst der Soldat im Felde konnte ihrer nicht 
entbehren. Es wird uns erzählt, daß einst die Armee 
des glorreichen Ludwig, als sie lange an der uiederländisc;en 
Gränze gelegen, in der Toilette sehr herabgekommen war 
und namentlich große Noth an SpiHen litt. Da schickte 
der französische General einen Parlamentär an den eng: 
lischen Befehlshaber und bat um die Erlaubniß einen 
Eommissionär in die belgischen SpiHenstädte senden zu 
dürfen, um Spihen für die Armee einzukaufen. Dies 
zwar erlaubte der Gegner nicht, aber er war ritterlich 
galant genug den Franzosen einige SpiHenhändler mit 
hinlänglicher Munition zu schicken. 
In noch höherem Grade bedurften die Damen der 
Spihen; sie bildeten die leichte Zierde zu der im Uebrigen 
pompösen und schweren Tracht. Die weibliche Kleidung 
mußte in Geist und Charakter ein würdiges Seitenftück 
zur männlichen darstellen, sie mußte, wenn auch in andern 
Formen, sich als desselben Geistes Kind zeigen und dem 
Geschmack Ludwigs XIV. Ehre machen. 
Die Dame war freilich in Verlegenheit, wie sie mit 
der Perrücke, die sie doch nicht selbst anlegen konnte, an 
Großartigkeit zu concurriren vermochte, sie half sich aber 
doch in ziemlich entsprechender Weise. In der Zeit des 
Kriegs war das Haar in Locken frei herunter gefallen; 
solche Freiheit konnte die absolutistische Zeit Ludwigs XIV.
        

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