Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3464087
DIE. 
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THE 
Italien aus, ja hier vielleicht früher noch als im Westen 
und Norden. Die Ueberzeugung, daß diejenigen, welkhe 
sich als die Schulen Rafaels und Michel Angelos 
betrachteten, das Vorbild dieser großen Meister verlassen 
hatten oder verkannten, die Ueberzeugung, daß eine Umkehr 
nothwendig sei, führte schon am Ausgang des sechzehnten 
Jahrhunderts zum Kampfe gegen den Barockstil. Während 
aber in Spanien und den Niederlanden der Umschwung 
fast einzig auf Grundlage der wiedergefundenen Wahrheit 
der Natur vor sich ging, schlug man in Italien zwei 
Wege ein, den akademischen und den naturalistischen. 
Der erste Weg ging nicht auf die Natur zurück, sondern 
auf die großen Meister. Er hielt sich an die göttliche 
Formgebung Rafaels, an die Zeichnung Michel Angelos, an 
das Colorit der Venetianer, an das Helldunkel Correggios 
und suchte daraus, indem er die starken Seiten aller 
zusammenfaßte, einen vollkommenen Stil zu bilden. Dies 
ist der Weg der Schule von Bologna, der Weg, den die 
Carracci als Maler und Lehrer betraten und durch welchen 
sie den größten Einfluß auf die nachfolgenden Kunst: 
generationen ausübten. Man muß zugestehen, daß es im 
GegensaH gegen die Barocke eine Erhebung war, und daß 
dieser Weg von den Auswüchsen jenes Stils befreite und 
den Geschmack zur Reinheit wieder zurückführte, ja daß er 
die Malerei weit länger vor der erneuerten Abgeschmacktheit 
bewahrte, welche Sculptur und Baukunst im siebzehnten
        

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