Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des modernen Geschmacks
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3461935
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3463510
sich unbemalt dachte. Mit diesem erweckten höheren Sinn 
für Plastik hängt es auch zusammen, daß man von dem 
unsoliden Holz, sowie vom Sandstein mehr und mehr abging 
und sich an solidere und feinere Steinarten hielt, vor allem 
aber große Vorliebe für Bronze gewann, darin von nun 
an die bedeutendsten Aufgaben der Sculptur, Brunnen und 
Grabdenkmäler, ausgeführt wurden. 
Auch andere Zweige der Kleinkunst sehen wir die Farbe 
vernachlässigen, so z. B. die herrlichen Gefäße und Gebilde 
der französischen Emailleurkunst zu Limoges, welche 
noch im Anfange des sechzehnten Jahrhunderts eine große 
Anzahl Farben gezeigt hatten, die sie nach und nach alle 
abwarfen, bis sie sich auf Schwarz, Grau und Weiß reducirt 
sahen. Und das geschah grade zur Blüthezeit dieser Kunst, 
um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, als ein Leonard 
Limousin, Pierre Reymond, Jean Courtois in Limoges thätig 
waren. Es geschah das aus Geschmack, sicherlich nicht aus 
Mangel an Geschicklichkeit, denn als im Anfang des sieb: 
zehnten Jahrhunderts die Farbenlust wieder kam, stellte 
sich auch die Farbe im Email wieder ein. Man kann damit 
endlich auch die dem Mittelalter nicht eigenthümliche und 
erst in der Zeit der Renaissance entstandene Vorliebe für 
Thongefäße in Beziehung sehen, die theils einfarbig in der 
Glasur waren oder doch, selbst wenn bemalt, nur eine 
geringe Farbenscala zeigten, theils leichten ReliefsthmUTk 
hatten.
        

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