Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verrocchio
Person:
Mackowsky, Hans Verrocchio, Andrea
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3552066
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3553353
Abb. 77. Lorenzo di Credi. Madonna mit zwei Heiligen. 
Neapel, Museum. 
Mach einer Originalphotographie von Gel1rüder Alit1ari in Florenz 
das Marmorgrab des Rechtsgelehrten Tar: 
tagni in Sau Domenico zu Bologna 
C1477; Abb. 44J, ist im Aufbau und in 
der Ornamentik von Desiderio abhängig, im 
Figürlichen und in der Faltengebung zeigt 
es das Vorbild des Verrocchio bis zur Un: 
selbständigkeit und mit fast allen Fehlern, 
denen der iibereifrige Nachahtner nie ent: 
geht. Die Arbeit ist sauber und gewissen: 
haft bis zur. Kleinlichkeit. Von Erfindung 
kann kaum gesprochen werden, und die 
vrnamentale Uberladenheit bekundet keinen 
feineren Geschmack. Dieselben Mängel be: 
einträchtigen auch die übrigen Arbeiten des 
Bildhauers, dessen Verbindung mit Ver: 
rocchio persönlich und künstlerisch lockerer 
gewesen ist als das Verhältnis zu Credi. 
Die Arbeiten in gebranntem Thon, die 
von der Hand des Agnolo di Polo überall 
in Florenz zu sehen waren, können wir, 
vielleicht der Unbeständigkeit ihres Mate: 
rials wegen, nicht mehr nachweisen. Eini: 
gen Ersatz indessen, um Verrocchios Nach: 
wirkung auf diesem für Florenz ganz 
eigentümlichen Gebiet plastischer Kunst zu 
beobachten, bietet eine bestimmte Gruppe 
von Robbia:Arbeiten. Madonnen in bau: 
schigem Gewand und Mantel, das Christi 
kind auf einem Kissen neben sich, umflogen 
von den Engeln des Forteguerri:Grabes, 
Wiederholungen ganzer Kompositionen Ver: 
rocchios, der Taufe Christi, der Enthaup: 
tung des Johannes, des Thomas:Wunders, 
Putten, die denen des Verrocchio blutsi 
verwandt sind, werden in dieser Kategorie 
angetroffen. Kunstgeschichtlich führen sie 
in das Atelier des legten der drei Robbia: 
Meister, Giovannis, und sprechen eher für 
die Beliebtheit der benuhten Originale als 
daß sie die Erfindungsarmut des Nachah: 
1ners bloßstellten. Mit diesen Arbeiten aus 
zweiter und dritter Hand ist Verrocchios 
Kunst volkstümlich geworden. Man be: 
gegnet ihnen in der Provinz häufiger 
als in Florenz selbst. Es ist, als hätte 
die ,,blühende Stadttt von ihrem Ueber: 
7dls
        

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