Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriß der bildenden Künste
Person:
Riegel, E. Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3450548
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3453174
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Werk sei stylge1niiß oder es habe Styl; so wie auch zu beachten ist, daß 
nicht jedes neue Moment in der Kunstgeschichte, von welchem eine fürder: 
liche Entwickelung ausging, schon die bahnbrechende That des Genius sein, 
und sonach die Bedingung des Styls erfüllen kann. Styl entsteht nicht 
aus einem Punkte,im Laufe einer Entwickelung, sondern als krönender 
Schluß derselben, er gehört ausschließlich der Blüthezeit an. Die Vor: 
stufe C5J AbschnittJ kennt nur unter der Voraussetzung des Styls der 
einzelnen Künste Zeitstyle; der Verfall wird, wie wir oben sahen, manieri: 
stisch nnd styllos. Bevor wir nun jedoch zur weiteren Betrachtung des 
Sthles uns wenden können, müssen wir doch noch jene beiden wichtigen 
Vorbedingungen desselben ins Auge fassen. 
drFj,FnzC;ltt;1cIlF Ueber die Style der einzelnen Künste, als architektonischen, 
Ksmstis. plastischen und 1nalerischen, können wir jedoch schnell hinweggehe11, und uns 
auf das beziehen, was über die verschiedenen Künste s3. AbschnittJ nnd 
über deren Wesen in Bezug auf die Auffassung C6. AbschnittJ bereits oben 
gesagt ist.  
DicZeiis:yu. Der Zeitstyl, oder der allgemeine Charakter der Kunst bei einem 
Volke und in einer bestimmten Zeit, entwickelt sich ursprünglich ans rohen 
Anfängen, in zweiter Linie jedoch durch ein Zurückgreifen aus ältere.Bor: 
bildet. Wie nun aber die friiheste unter den Künsten die Bauknnst ist, 
die ja mit den praktischen Bedürfnissen des Lebens zunächst zusammen: 
hängt, und wie sich erst auf der Grundlage, welche sie bereitet, die Bildnerei 
und Malerei entwickeln können, so ist auch in der Bankunst überall der 
deutlichste Ausdruck des Zeitstyles gegeben, zumal hier auch das unmittel: 
bar zu befolgende Vorbild der Natur, welches in den andern Künsten eine 
gewisse Gleichartigkeit bewirken könnte, fehlt. Die Bankunst vertritt 
durchweg den Zeitstyl am vollkommensten, und in den andern Künsten 
klingt der in der Baukunst rnhende gleichsam nur wider. 
DieVausey1c. Nicht aber das Ornainent, welches auf den ersten Blick die Zeit: 
style an den verschiedenen Bauwerken unterscheidet, ist das Element eines 
Baustyles, sondern die Construction, welche erst durch das Ornameut den 
 vollen Schein des Organismus erlangen soll. Für die Construction 
TI1TKMWITsi1i1i1 aber ist stets die Decke entscheidend; denn sobald. ein Raum gebildet 
werden soll, sind zwar die senkrechten Umfassunge11 desselben gegeben, und 
sie sind überall als nothwendig senkrechte und einfach herzustellende 
Glieder in eonstruetiver Hinsicht dieselben, allein die wiehtige Frage ist die, 
wie sollen diese Wände frei verbunden, wie soll die Decke hergestellt 
werdeuP Aus der Beantwortung dieser Frage ergeben sieh die Banstyle. 
Mögkikipk.ii; An der senkrechten Stellung der Umfassungen eines Raumes kann 
ten der Cum  ,   
s::uc:ink. nie und nirgends etwas geandert werden, und es leuchtet sofort ein, daß
        

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