Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus Welt und Kunst
Person:
Pietsch, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3437906
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3438792
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wo sie nach zwanzig Jahren das einst nach ihr 
gemalte Portrait durch ein dichterisches Bildniß 
ihres Malers nnd Freundes vergalt, dessen Vorzug 
.freilich mehr in der glänzenden Farbenwirkung, 
als in der Aehnlichkeit und Naturwahrheit beruht. 
Das erste orientalische Bild des Meisters 
fällt mit dem Ge1nälde: Tod Carl des Kühnen bei 
Nancy in das Jahr 1834. Es ßnd jene ,,Algie: 
rischen FraueM, die wir heut in der Galerie des 
Luxembonrg sehen. Diese üppigen Weibergestalten, 
mit den lang geschlix;ten halbgeschlossnen dunkeln 
Augen, dem Ausdruck süßer, sinnlicher Tränmerei, 
wie sie hier auf den Teppichen am Boden des 
Frauengemachs, Nargileh rauchend, bei einander 
Wen und liegen, find zu Musterthpen für eine 
lange Reihe verwandter Darstellungen geworden, 
mit welchen die franzößschen Orientmaler in der 
Folge die Welt überschwemmt haben. Die darin 
nicht mangelnden Verstöße gegen die künstlerische 
Anmuth der Form find wohl von Andern gliicks 
licher vermieden worden; daß sie aber dadurch viel 
von der ungemein charakteristischen Wahrheit ver, 
loren haben, welche sein Werk auszeichnet, ist nicht 
zu bezweifeln, und in Bezug auf das hier gänzlich 
unübertriebne eben so feine und mäßige als lebeusi 
volle und gesunde Colorit haben ne lehteres kaum
        

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