Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wie wir arbeiten und wirthschaften müssen
Person:
Ruskin, John Feis, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3435232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3437526
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versehen. Wenn euch eine kurzsichtige, gewissenlose Hab: 
gier antreibt, jeder momentan austauchendenKauflaune 
des Marktes zu fröhnen, wenn ihr in eifersüchtigem 
Wettbewerb mit Nachbarstaaten nnd anderen Fabri: 
kanten durch seltsame und auffäl1ige Neuheiten Käufer 
zu fesseln sucht, mit jedem Muster Reklame machen 
wollt, jede Idee eines erfolgreichen Konkurrenten 
wegschnappt, um sie hinterlistig nachzuahmen oder 
marktschreierisch zu überbieten: dann wird jede 
künstlerische Konzeption in eurem Bereich unmöglich, 
jeder Begriff dafür wird schwinden. Ihr mögt einen 
Markterfolg erhaschen oder ihn durch Energie fest: 
halten, die Gunst des Publikums erringen, eure 
Konkurrenten ruiniren, oder von ihnen mit gleichem 
Rechte des Kriegsgliicks ruinirt werden. Was euch 
jedoch zustößt, soviel steht fest, daß ihr euer ganzes 
Leben vergeudet habt, um den öffentlichen Geschmack 
zu verderben und die öffentliche Verschwendung zu 
ermuthigen. Jeder Erfolg, den euer Flitter errungen, 
rechnete auf des Käufers Eitelkeit; jede Nachfrage 
nach einer Neuheit rief im Käufer ein Gefühl der 
Unzufriedenheit wach; nnd wenn ihr euch aus eurem 
Geschäftslel1en zurückzieht, mag euch am Feierabend 
eures Lebens der Gedanke Trost verleihen, daß ihr, im 
genauen Verhältnis; zu eurer Wirksamkeit, mitgeholfen 
habt, die Künste eures Landes zu hemmen, feine Tugens 
den in den Staub zu ziehen, seine Sitten zu verunstalten.
        

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