Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leitfaden der Kunstgeschichte
Person:
Buchner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3422549
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3423656
der 
Bildnerei 
Renaifsance. 
77 
viele Renaissance:Prachtgebäude, weil die Gothik noch lange nachwirkt, 
der Reichthum und die Knnstfreude Italiens nicht vorhanden war, weil 
erst der Glaubensstreit die Geister gefangen nahm und dann die Jammer: 
zeit des 30jährigen Krieges einbrach; erst gegen Ende des 17. Jahr: 
hunderts regte sich frische Baulust. 
Jn Frankreich stattliche Renaissancebauten: die Schlösser von Chambord, 
seit 1523, von Vlois und Fontainebleau; der Louvre zu Paris, seit 1541, von 
Pierre Lescot  und Claude Perrault  das Pariser Stadt: 
haus, seit 1549z die Tuilerien, seit 1564, durch Philibert Delormez das Luxembourg, 
seit 1615; Palais Royal,. seit 1636; Schloß zu Versai1Ies, von J. H. Mansart 
 dem Erbauer des Jnvalidendoms, 1706; das Pantheon, von Soufslot, 
ei  
Ja Spanien Hauptwerk der strengen, ernsten Renaissance das Escorial, seit 
1563; in den Niederlanden das Rathhaus von Antwerpen, seit 1560, in 
England S. Paul zu London, von Christopher Wren  seit 1675. 
Deutschland besiBt ein treffliches Werk der besten Renaissance im ausge: 
brannten Otto:Heinrichsbau des Heidelberger Schlosses, 1556ss59; schwerer der 
seit 1601 erbaute Friedrichsbau. Andere gute Werke: das Belvedere zusPrag, das 
Schloß zu Brieg, seit 1544, die Vorhalle des Kölner Rathhauses, 1569ss71; das 
Rathhaus zu Nürnberg, seit 1616, und zahlreiche andere Fürsienschlösser, Rathhäuser 
und Privatbauten. Auch der alte Holzbau fand in der Renaissancezeit reiche Ent: 
wickelung. Eine stolze Nachblüte der Renaissance zeigen die Berliner Bauten aus 
dem Schlusse des 17. Jahrhunderts, das seit 1685 von Nehring erbaute Zeughaus, 
sowie das Schloß, 1699s1706, ein Werk des als Baumeister und Bildhauer gleich 
ä3edeuts;imen Andreas Sshlüter, geboren 1662 zu Hamburg, gestorben 1713 zu 
eiers urg. 
B. Die Bildnerei der Yenaissance. 
Z. 81. Die Bildnerei der Frührenaissance schließt sich insofern 
an diejenige des Zeitraumes der Gothik an, als sie noch durchgängig der 
Kirche dient; ihre fast einzige Aufgabe besteht in der Ausschmückung der 
Grabmäler, Altäre, Kanzeln, Taufsteine, Orgel: und Sängerbühnen, 
Kirchenthüren 2c. durch bildnerischen Schmuck in halberhabener Arbeit. 
Die Grabtnäler erstreben größere Lebenswahrheit; es treten jegt auch die, 
ersten öffentlichen Standbilder auf; die Reliess sind i:nsGegensaH zu den 
unbeholfenen Arbeiten des Mittelalters oft von wunderbarer,Schönheit 
des Gedankens, der Anordnung und Zeichnung; besonders beliebt ist der 
Erzguß, aber auch zahlreiche Werke in Marmor oder gebranntem Thon 
mit farbigem Ueberzug CTerracottaJ werden gefertigt. Besonders Ober: 
italien und Toskana, Florenz, Venedig und die Nachbarstädte, aber auch 
Rom und Neapel sind unendlich reich an solchen edeln Werken der 
Frührenaissance, welche ernste Kirchlichkeit mit griechischer Formenschönheit 
vereinigen.  
Der bedeutendste toskanische Künstler dieser Zeit ist Lorenzo Ghib erti, 
1381ss1455, seine Hauptwerke, die beiden von 1403ss47 gearbeiteten 
ehernen Prachtthüren der Florentiner Taufkirche, wunderbar schön und reich, 
wenn auch die spätere zu malerisch behandelt; außerdem andere Skulpturen 
zu Florenz, Siena 2c., dann Luca della Robbia, 1400ss81, welcher 
die Kirchen Toskanas mit höchst anmuthigen Reliefs von glasirtem Thon, 
meist weiß auf blauem Grunde, zierte. Endlich Donato di Bette Bardi,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.