Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leitfaden der Kunstgeschichte
Person:
Buchner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3422549
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3423254
der 
Bildnerei 
Die 
Römer. 
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Aus der Zeit des Gallienus L260J der mächtige zehnekkige Bau der Minerva 
mec1ica. Unter Aurelian L270J Bau der großartigen Mauern und Thorthürme von 
Rom. Unter Diocletian Cum 290J höchst ausgedehntes Thermen zu Rom und der 
prächtige Palast zu Spalato. Basilica des Maxentius, von Constantin eingeweiht, 
am Forum. Amphitheater zu Verona. ZaPlreiche Bauten in Constantinopel. Bafilica, 
Amphitheater und Bäder zu Trier. Jge fäule unsern von Tretet. 
 2. Die Bildnerei der Römer. 
Z. 47. Die bildende Kunst ward bei den Römern in der frühesten 
Zeit nur von etruskischen Meistern an Bildwerkeu für die Tempel geübt; 
doch kommen auchs schon sehr früh Ehrenbildsäulen vor. Nach der 
Eroberung von Griechenland wurden nicht blos griechische Kunstwerke in 
Menge nach Rom gebracht, sondern die zunehmende Kunstliebhaberei führte 
auch eine große Zahl .griechischer. Künstler nach der Hauptstadt. Der 
ssrzgusz ist minder beliebt als die Arbeit im milden hellen Marmor; 
altere Vorbilder, besonders der praxitelischen und lysippischen Zeit, werden 
zahlreich nach: und weitergebildet; so sah besonders die Zeit der ersterbenden 
Republik und der ersten Kaiser eine herrliche Blüte der Kunst, wenn auch 
eine zweifellose Feststellung, wann diese Künstler gelebt, nicht möglich ist. 
Die Fülle und Mannigfaltigkeit des Hervorgebrachten ist übergroß, Arbeiten 
dabei von bezaubernder Anmuth, feiner geistreicher Auffassung, bewunderns: 
würdiger technischer Vollendung.  
Neben den Darstellungen aus der Götter: und .Heroenwelt wird mit 
Liebhaberei, dem praktischen Sinne des Römers entsprechend, das Stand: 
bild gepflegt, und zwar mit dem Streben nach getreuester Aehnlichkeit. 
Zahlreiche Kaiserstatuen in bürgerlicher oder Kriegstracht Ctogatae oder 
th0kacataeJ oder in Nachahmung griechifcher Götter: und Heldentypen 
CJupiter, AchillJ ideal gebildet, oder zu Roß; herrliche Gewandstatuen 
kaiserlicher Frauen und ähnliche Porträtbildungen bis in die bürgerlichen 
Kreise der Landstädte hinab; die Büsten der Kaiser und ihrer Verwandten sind 
größtentheils vortrefflich. Die Bildwerke der späteren Kaiserzeit offenbaren 
eine zunehmende Verderbnis des Geschmackes; auch die Behandlung des 
Marmors wird nicht selten peinlich oder sorglos.  
Auch das Relief findet vorzügliche Ausbildung, besonders an den 
Ehrenbogen u. a. geschichtlichen Denkmalen; schwächer End die Bildwerke 
der Kaisersäulen.  Doch unterscheidet sich das römische Relief von dem 
griechischen; während das lehtere in seinen feinen Formen, der durch: 
sichtigen Anordnung, der geringen Tiefe, dem meist aus der Götter: und 
Heldeusage geschöpften Stoff ein ideales Gepräge hat, ist das römische 
Relief weit gestaltenreicher, gedrängter, mehr in die Tiefe gehend, geschieht: 
lichen Stoffes, zur Verherrlichung irgend einer bedeutenden Persönlichkeit 
dienend. Ja den ersten zwei Jahrhunderten der Kaiserzeit zugleich hohe 
Blüte der Steinschneidekunst; die Cameen aus dem Zeitalter Augustus 
stehen an Größe und schöner Arbeit neben denen der Ptoletnäer, ebenso 
sind die Bildnisköpfe der Münzen trefflich geschnitten; die der legten 
Kaiserzeit werden künftlerisch ganz werthlos. 
Berühmte Meister Pasiteles, Erzgießer, civjs komanus, um 92 v. Chr, Arkes1laos, 
Erzgießer und Bildhauer, 74ss46. benso gehören der römischen Zeit an Kleomenes
        

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