Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leitfaden der Kunstgeschichte
Person:
Buchner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3422549
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3422892
Erster 
Hauptthcil. 
Die 
bildende 
sinnst 
des 
Alkerthum5. 
Erster 
Abschnitt. 
Die 
lsildknde 
Kunst 
der 
nargestl1icljtlicljrsc 
Zeit. 
S. 1. Die bildende Kunst setzt sich die Aufgabe, die Gegenstände, 
deren der Mensch zu dauerndem Gebrauche bedarf, oder welche ihm zur 
Darstellung seiner religiösen Vorstellungen, wie zum Schmuck des alltäg: 
lichen Daseins dienen, in schöner nnd dauernder Weise darzustelleu oder 
zu verzieren. 
Die bildende Kunst erscheint zunächst als Baukunst oder Architektur, 
sofern sie erst Grab: und Knltusstätten, sodann die dem öffentlichen Nagen 
und Vergnügen dienenden Bauwerke, schließlich das Wohnhaus des 
Einzelnen in möglichst stattlicher geschmückter Erscheinung hervorbringt. 
Später tritt ein die Bildnerei oder Plastik, welche, beginnend mit 
der einfachen Verzierung thönerner Gefäße, der Herstellung oft recht miß: 
gestalteter Götterbilder aus vergänglichem Stoffe, Thon oder Holz, erst 
zur Darstellung des Göttlichen in der Gestalt des schönen Menschen: 
bildes, dann zur bewußten Darstellung dieses selbst übergeht. Sie 
bedient sich dabei mehr und mehr eines dauerhaften Materialcs, des 
Steines, Marmors und der Edelsteine, des Erzes und der Edelmetalle; 
insofern sie bei ihren Hervorbringungen die praktische NüHlichkeit gar 
nicht ins Auge faßt, bildet sie gegen die Bankunst, zu deren Schmuck 
sie vielfach dient, einen erheblichen Fortschritt. Auch das Thier, sofern 
seine Gestalt als Verhüllung der Gottheit gilt, oder es dem Menschen 
dienstbar oder feindselig nahe tritt, wird in den Kreis der Bildnerei 
hereingezogen. 
Die Malerei ist die am spätesten entstehende der drei bildenden 
Künste, zugleich die nach ihrem Stoffe oergänglichste; sie ist insofern die 
edelste Blüte der bildenden Kunst, als sie lediglich zum Schmucke des 
Lebens dient, zugleich aber im Gegensatz zur Bildnerei nicht blos die 
Schönheit der Form, sondern auch die Schönheit der Farbe anstrebt. 
Ausgehend vom farbigen Schmucke von Gefäßen und Wandflächen, erst 
in reifer Entwickelung übergehend zur Tafelmalerei, seht sie es sich zur 
Aufgabe, Vorgänge aus der Göttersage und religiösen Ueberlieferung, aus, 
der Geschichte, dem Leben der Menschen nnd der Natur in völliger 
farbiger Lebenswahrheit getreu und doch künstlerisch verschönert darzustellen. 
Nebengattungen derselben, nur einer hochgebildeten Zeit eigenthi1mlich, 
sind die Mosaik, welche Gemälde aus farbigen Stein: oder Glasstiften 
Baumes, Kunstgesc17ichte. 1
        

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