Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grübeleien eines Malers über seine Kunst
Person:
Knille, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3420038
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3421132
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nach der Beziehung, der P0inte, in welchem Welt: 
Winkel und auf welchem Blatte der Geschichte dieselben 
auch aufzufinden seien, überblicken vermöge unserer 
kunstgeschichtlichen Bildung das SchaffenSfeld sämmt: 
licher Epochen und Nationen, und selten producirt 
Jemand naiv nnd ohne mit irgend einem Vorbilde 
zu liebäugeln. Daher willkürliches Verwenden aller 
Stilarten. Der Eine gefällt sich zu holländern, der 
Ilndere zu r0manisiren, Dieser i1nitirt Zopfmeister, 
Jener siehfS dem Holbein ab. Manche naschen aus 
den verschiedensten Töpfen. 
Die technische Errungenschaft der Gegenwart 
sucht sich an allem 21Talerisch:Reizvollen zu bewähren. 
Das Stillleben hat eine nie dagewesene Bedeutung 
gewonnen; in ihm verwächst der Dilettanti5mu5 mit 
der Malerei; viele moderne Sitten: und Geschicht5: 
bildet sind ihrem Kern nach Stilllebenapparate H. 
V; Folgendes als kleines Beispiel, wie so etwas sich 
macht. E. Leut3e hatte sich in Diisseldorf mächtige rind5s 
lederne Reiterftiefel bauen lassen und in diese einen Puritaner 
gesteckt, WEICkPek auf dem Altare ein Madonnenbild zeri 
schmetterte. Das Bild erregte ums Jahr is; Aufsehen, sowohl . 
durch seine breite Ted;snik überhaupt, als durch den ,,Muth 
der Stiefel77 insbesondere, und gab den Anstoß zur blühenden 
Puritanermalerei jener Zeit CCamphausen U. 2l.J. Die rheii 
uische Künstlerschaft verfiigte damals nur über einen är1ni 
lichen Coftiimvorrath, und die Teut3e7schen Stiefel, von 21telier 
zu 21telier verliehen, dienten den englischen Fanatikem
        

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