Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grübeleien eines Malers über seine Kunst
Person:
Knille, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3420038
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3420464
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selbst, als den Dichter und Weisen überhaupt. Erst 
mit dem Niedergang des Volkes beginnt das Jndivi: 
duelle stärker hervorgehoben 
zu werden. 
Als Beispiel 
diene die Statue des 
kleiscl7en verglichen. 
Demosthene5 , 
mit 
der 
s0Pho: 
Was 
wir das 5eelische nennen, 
schwach 
kam nur 
zum Ausdruck. Dem Kopf wird nur derjenige Werth 
beigelegt, welcher ihm als anatomischer Bruchtheil 
des 
ganzen 
Körpers 
gebührt. 
Die 
Stirn, 
W0 
die 
hohen Gedanken thronen, bleibt niedrig; das Geistige 
wird nicht ohne das Schöne, das Schöne nicht ohne 
das Jugendliche gedacht: dieses aber bedingt volles 
Haar. Ueber die Kugelstirn der mittelalterlichen 
Madonna würden Hellenen gelacht haben VI. 
VI Mit dem Kindesalter hat die hellenische Kunst 
wenig anzufangen gewußt. Der Reiz des Knospenden, Ver: 
heißungsvollen in dem anfertigen Körper und der Seele des 
Kindes war künstletisch ohne Vers und Mitarbeit des 
Gemiiths, also ohne sentimentale Zuthat, nicht recht zu ers 
fassen, was der Grieche einer Triibung seines hellen Sinnes 
gleich erachten und ablehnen mochte. Wenn derselbe sich 
trotzdem an den dicken Kindeskopf Und die ,,Rämmelfaltet 
wagte, so that er es mit der Voreingenom1nenheit des an 
vollendete Körperformen gewöhnten Bildners. Das Kindliche 
ward nichtsnach Art Luca della Robbial5 und Fiannningol5  
überirieben, sondern abgeschwiicht, der Kopf verkleinert, der 
Wulst verflacht, so daß schließlich meist nur ein kleines 
Männchen zu Stande kam. LSiehe die beiden DionYsosknaben, 
der eine im Arme des praxitelisctzen Hermes, der andere im 
Arme des stehenden ,Fann.I
        

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