Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grübeleien eines Malers über seine Kunst
Person:
Knille, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3420038
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3421151
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Das 
Gegenständliche 
hat 
für 
die 
Gent 
mane n nun einmal größere Bedeutung als für die 
Romanen, bei welchen sid2 besser als bei jenen Mittel 
und 
Zweck 
Zu 
decken pflegen. 
Die nordische, 
vielfach 
nebelhafte Phantasie 
sTI1wer 
findet 
ihren 
vollen plastis 
schen Niederschlag; es bleiben Theile übrig, die nicht 
unterzubringen sind, Hintergedanken, welche der ges 
fundenen C0nception gewissermaßen über die Schulter 
blicken 
und 
Spuk 
treiben. 
Mit 
der 
letzteren 
schäftigt sich der deutsche Beschauer fast mehr, als 
mit der schlichten Darstellung selbst. Je länger die 
Jdeenkette ist, zu welcher ein Bild anregt, desto 
fesselnder dünkt ihm dieses. Hier liegt zum Theil der 
Grund seines geringeren Jnteresse5 an der Sculptur, 
denn dieselbe erlaubt kein Scheinwesen und bietet zum 
Versteckenspielen mit Gedanken kaum Veranlassung. 
Unser publicum ist das am wenigsten unbefangene: 
ihm dient die vorgeführte Handlung oder Situation 
oft nur als fester Punkt, um Stimmungen und be: 
sonderS RefIexionen daran zu knüpfen. Daher sein 
Behagen an der verzwicktesten Lösung der einfachsten 
Aufgabe. 
Man möge sich beispielsweise Vergegenwärtigen, 
wie die für den HeI.lenen klare und sonnige Vor: 
ftellung vom ,,Geßlde der SeligenU im Kopfe des
        

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