Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leopold Robert
Person:
Zoller, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3416492
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3419725
der Bauten der Stadt ihn nicht die der Gesundheit so 
zuträglichen Promenaden machen läßt, an die er sonst 
gewöhnt war. Und doch, der Sclavenkai, der einzige 
Spaziergang der Stadt, der angenehm sein soll, gerade 
vor seiner Thüre; der Bruder führt ihn mit Gewalt 
dahin, aber man sieht dort Ehiozzotti und der Kai ist 
ihm zuwider, da er ihn an sein Bild und all, die 
Schmerzen der Geburt desselben erinnert. 
,,Das Sujet ist mir unerträglich geworden,H schrieb 
er noch einmal; ,,ich bin wie der Mensch, dessen Feind 
zu Boden geworfen ist, der ihm grausame Qualen ver: 
ursachtez der Sieg schwäeht den Widerwillen gegen den 
Feind noch nicht. Dieses Werk wird mein Haupt durch 
den Kummer gebleicht sehen, den es mir während der 
Arbeit bereitete. Ich frage mich bisweilen, namentlich 
wenn ich die größten Schwierigkeiten, das, was ich will, 
auszuführen, fühle: wozu dient soviel Beharrliehkeit, wenn 
sie nur erreicht, was unserm Geschmack und unsern 
Wünschen entgegen ist. Diese Reflexion, die mir zu be; 
weisen scheint, daß man freiwillig gegen sein Glück arbeitet, 
sollte mich veranlassen, meine Gedanken in dieser Richtung 
zu ändern; aber sie nehmen sehr rasch ihren gewöhnlichen 
Gang und ich bin erstaunt, zu sehen, wel1he moralische 
Abspannung die Schwäche des Charakters hervorruft, und 
diese Abspannung ist mir peinlic;er, als alle Opfer, welche 
   
So drückt in Venedig Alles auf ihn  die Stadt 
Brief an Jeß, Venedig 
V 
April 1834.
        

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