Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leopold Robert
Person:
Zoller, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3416492
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3419679
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Viel beschäftigen kann, bringt etwas .Zersireuung in diesen 
peinlichen Zustand und ich darf mich noch glücklich schäHen, 
wenn ich fühle, wie meine Leidenschaft, statt meine Jdeen 
und meine Zeit zu beeinträchtigen, anregend auf mich 
wirkt. Dennoch erscheint sie mir nur wie ein Fieber, 
das Voriibergehen kann, und ich suche mir einige Kräfte 
für den Augenblick zu erhalten, wo dieses Feuer, indem 
es mich verläßt, mir auch meine Energie zu rauben 
droht.U 
Noch von Venedig schreibt er: ,,Jch habe soeben 
Ihren Brief wieder gelesen und finde eine Stelle darin, 
auf die ich noch nicht antworten konnte, wie es Ihre 
Liebe verdient. Sie sagen mir, daß Sie noch nicht über 
das zu schreiben wagen, was, nach Ihrer Anßcht, großen 
Einfluß auf meine Gesundheit gehabt und mir in jeder 
Beziehung viel geschadet hat. Lieber Freund, ich muß 
von einer Schwäche zu sprechen fürchten, die ich verfluche, 
der ich mich aber nicht schämen kann. Ich allein bin 
die Ursache eines Uebels, das iih in mir hätte verschließen 
sollen; denken Sie ja nicht, daß ein anderes Wesen 
daran schuldig und sich in dieser Richtung etwas vorzu: 
werfen hätte . . J, 
,,Man muß immer Geduld und Reßgnazion in 
Reserve haben; dann ist man mit Muth und Kraft ge: 
wafnet, um allem mit Philosophie zu troSen. Jeder 
Mensch wird alt; und die Jahre, die in einer gewissen 
Epoche des menschlichen Lebens so rasch berfliegen, lassen 
uns über den wahren Zweck des Daseins nachdenken. 
Das ist gleichfalls ein Grund, der mich tröstet; denn die 
falschen Jlluf1onen, die so leicht verfliegen, können nicht 
ins Gleichgewicht gebracht werden mit der Ruhe, die eine
        

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